Full text: Volume (Bd. 13 (1852))

326

H. A. Zachariä:
nanzgerechtsame des Königs bezogen worden ist, welche dann
Gegenstand der Verleihung zunächst an geistliche dann auch an welt-
liche Stände wurden14), und daß anderer Seits später darunter
auch wirkliche Regierungsrechte verstanden worden sind, wie
sie in der Grafschaft und andern Reichsämtern, als ihrer Quelle
nach königlichen Rechten, enthalten waren Dagegen finden wir
seit der vollständigern Entwickelung der Territorial-Verfassungen
mit Landftänden die Benennung Regalien gewöhnlich wieder auf
die fiskalischen Nutzungen beschränkt^), welche als ursprünglich
königliche Rechte betrachtet wurden, sei es daß sie als sich von
selbst verstehende Beftandtheile der Landeshoheit be-
trachtet wurden, und dadurch praktisch die Bedeutung königlicher
oder kaiserlicher legale ganz verloren hatten, wie z. B. das Berg-
regal, das Mühlen- und Fischregal an öffentlichen Flüssen, Iagdre-
gal und was sich sonst nach Partikularrecht als Regal feftgestellt hatte;
— oder daß sie noch als kaiserliche Reservatrechte angese-
hen wurden, obwohl sie vielleicht der Kaiser selbst gar nicht mehr
ausübte, wie z. B. das Münzrecht, das Zollrecht u. s. w., in de-
ren Besitz sich ein Jeder nur kraft ausdrücklicher kaiserlicher Ver-

14) Vgl. insbesondere K. D. Hullmann, Geschichte des Ursprungs
der Regalien in Deutschland. Franks, a. d. O. 1806 S. 6 f. So
klagen die Sächsischen Großen in einem Schreiben an Gregor VH.
über die Verschleuderung der Regalien oder königlichen Nutzungen.
„Tanta profligatio regalium, ut reges nostrarum partium rapinis
potius, quam regalibus sustentandi sint.“
15) Hüllmann a. a. O. S. 9f. Das. S. 16 f. auch Beweise aus
Urkunden aus dem I2ten Jahrhundert. Auch II. F. 56. Quae
sint regalia nimmt den Ausdruck offenbar in diesem weitern Sinne.
16) Hüllmann a. a. O. S.is f. Daher führt z. B. schon die Wahl-
kapitulation Karls V. von 1519 Art. I. 8.4. und die der folgen-
den Kaiser (Kapitul. Franz II. von 1792 Art. I. §. 9.) „die Re-
galien" neben oder nach den „Hoheitsrechten, Obrigkeiten, Frei-
heiten und Privilegien", der Fürsten und Stände des Reichs auf;
vgl. F. M. Oertel, die Stzmtsgrundgesetze des deutschen Reichs
Leipzig 1841 S. 145^457. Ebenso der westphälische Friede. (In-
str. P. Osn,'Art. VIII. i) Oertel a. a. O. S. 338. Doch wurde
der Ausdruck, besonders in der Theorie, auch noch im weitern
Ginne gebraucht. Das bekannte Buch des Hess. Kaffelschen Ge-

*

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer