Full text: Volume (Bd. 13 (1852))

Die Rechte des Staats an den Eisenbahnen. 269
den Erhebungen die vorschristmäßigen Tarifsätze zur Anwendung ge-
kommen seien, und eS sollte dasselbe zu diesem Zwecke von jeder Ver-
änderung der Fahrpreise und Tarife in Kenntniß gesetzt werden.
Das Gesetz vom 4. Mai 1843 verordyete überdieß die vorgängige
Zuziehung und Anhörung zweier ständischer Commissarien (je einer
nebst einem Stellvertreter von beiden Kammern gewählt) Ln folgen-
den Fällen: a) bei Feststellung und Regelung der Abfahrtzeiten der
Eisenbahnzüge, sowie der Verbindungen einzelner Bahnzüge unter
einander und mit denen des Auslandes; d) bei der dem Minister
des Innern zustehenden Anordnung vorübergehender Abweichungen
von den, mit Zustimmung der Stände festzustellenden Personen-
Fahrpreisen und Frachtgeld-Ansätzen. Sollten derartige Ab-
weichungen dauernd beibehalten werden, so bedürfen
sie der ständischen Zustimmung auf dem nächsten Land-
tage. c) Bei neuen Anlagen und außerordentlichen Anschaffungen;
ä) bei Berathung der jährlichen Nachweisung über den Stand und
Erfolg des Eisenbahn-Unternehmens.
Diese ängstliche Ueberwachung erklärt sich zunächst aus der
Stellung, welche die hannoverschen Stände bei der Verwaltung der
Staatseinkünfte einnehmen. Die Regierung erkannte aber auch die
Bedeutung der Sache vollkommen an. „Einer der wesentlichsten
Zwecke der Eisenbahnen — erklärte dieselbe — besteht darin, den
öffentlichen Verkehr zu befördern und somit die Quellen des Volks-
wohlstandes zu beleben und zu. vermehren. Die Bestimmungen über
den Fahr- und Frachttarif und über die Fahrzeiten bedingen wesent-
lich den öffentlichen Nutzen der Eisenbahnen, von ihnen hängt die
Begünstigung oder Vernachläßigung allgemeiner Verkehrsverhältniffe
sowie die Möglichkeit einer besonders wohlfeilen und schnellen Fort-
schaffung einzelner Rohstoffe und Maaren ab." — Indessen hat sich
das Unternehmen auch finanziell vortheilhaft gezeigt. Da man sich
verhältnißmäßig erst spät zur Anlage von Eisenbahnen entschloß,
so benützte man jetzt die Erfahrungen anderer Staaten und suchte
zugleich die Bauten so rasch als möglich zu beendigen. Bis Ende
1847 waren bereits ausgeführt die Braunschweiger, Hildesheimer,
Harburger, Mindner und Bremer Bahn, ferner die Südbahn und
die Westbahn. Nach der Nachweisung vom 1. Juli 1850 bis 1851
war. der Reinertrag für den Staat Hannover aus 54 Meilen Bah-
nen 694,169 Thaler. Somit stellte sich für das genannte Jahr bei

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