Full text: Volume (Bd. 13 (1852))

Huregerechtigkeit. 203
gen entquelle allein dem erwiesenen Umstande, daß der von Neuem
zu besamende Platz ehedem mit Holzung überdeckt, daß derselbe ehe-
mals Forst gewesen, wofür alte Stämme und Wurzeln, die sich
von alter Zeit her tief in der Erde fänden, keine ganz sichernde
Bürgen seien; ebenso betrachten v. Bülow und Hagemann 84)
als nothwendige Voraussetzung der Anlegung neuer Zuschläge, daß
das betreffende Revier geständlich oder erweislich wirklichen Forst-
grund enthalte; und Gründler 8Ö) dehnt den allgemeinen Satz,
daß wenn der Platz, wo der Zuschlag angelegt werden solle, von
Alters her ein freier unbewachsener Hütungsplatz gewesen, wider
dessen alte Form oder Gestalt nichts vorgenommen werden dürfe,
sogar auf einen ganz dienstbar gewordenen, von jeher nicht zur
Forstcultur benutzten, Boden aus; wobei jedoch die Einwirkung einer
hierauf anwendbaren Verjährung, wovon unten das Nähere, haupt-
sächlich in Betracht kommen wird. In dem Nechtsf. 16, womit
auch der Nechtsf. 13. zu vergleichen ist, wurde von dem Oberap-
pellationsgerichte die unbestrittene Eigenschaft des Bodens als Forst-
grundes als Bedingung der Befugniß des Grundeigenthümers, sei-
nen Forstgrund, soweit solches neben der Hute bestehen könne, forst-
wirthschaftlich zu benutzen, angenommen; doch wurde in dem Recht-
fall 3, selbst unter Voraussetzung der Eigenschaft des Hutebezirks
als ursprünglichen Forstgrundes, die Befugniß des Grundeigenthü-
mers, denselben zum Zweck der Waldcultur in Schonung zu legen,
für ausgeschlossen durch die seitherige Behandlung des dem Hute-
recht unterworfenen Grundstücks als offener ständiger Hute, mithin
als eines zur Hute hauptsächlich bestimmten Platzes, gehalten 8R).
Dagegen fehlt es 2) von dem landespolizeilichen Gesichts-
punkte aus nicht an positiven, eine Abweichung von der Regel, daß
es dem Eigenthümer eines mit dem Huterecht belasteten Grundstücks
nicht gestattet sei, auf demselben gegen dessen ursprüngliche Beschaf-
fenheit einen Wald anzulegen, begründenden, durch das staatswirth-
schaftliche Bedürfniß einer vermehrten Holzanzucht motivirten, Ver-
ordnungen, welche die Anpflanzung von nutzbarem Gehölze auf leeren
Hutetrieschern oder in den mit dem Huterecht belasteten Waldungen

84) A. a. O. S. 221.
85) A. a. O. tz 422. S. 359.
86) Vergl. auch die Rechtsf. 16. 18. und 20.

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