Full text: Volume (Bd. 13 (1852))

4. Der Verfassungsstreit in Kurhessen

II.
Der Verfaffrmgsstreit in Kurheffen *).
Von
£. Pfeiffer,
Öbrrgrrlchtsrath «. 2). in Kassel.

Kurhessen hat vier Monate lang die Augen von Europa
auf sich gezogen. An die Geschicke dieses kleinen Landes schienen
sich große Ereignisse zu knüpfen. Die innere Entwicklung des um
die Landesverfassung geführten Kampfes nicht minder, als die Ein-
mischung der deutschen Großmächte und der hieran sich entspinnende
Streit derselben machten Kurhessen zum Brennpunkte der allgemeinen
Aufmerksamkeit und Theilnahme. Man fühlte, daß es sich um die

*) Dieser Aufsatz ist uns auf unfern Wunsch von dem geehrten Ver-
fasser mitgetheilt worden, welcher persönlich an dem Verfassungs-
streite theilgenommen und seiner Pflicht gegen den Staat Amt
und Einkommen geopfert hat. Eine streng wissenschaftliche Be-
leuchtung der einzelnen staatsrechtlichen Fragen, welche ans kur-
hessischem Boden — freilich nur erst militärisch - entschieden wor-
den sind, würde vielleicht dem Charakter dieser Zeitschrift mehr ent-
sprochen haben. Indessen ist das ganze Verfahren gegen ein um
seine Verfassung kämpfendes Volk, seine Staatsdienerschaft und
sein Militär, von allen Regeln des bisherigen Staats- und Bundes-
rechts, der Staatsobserpanz und der Staatsräson so sehr entkleidet,
daß.es den Freunden der publicistischen Wissenschaft wohl ange-
nehmer sein wird, statt einer wenige Zweifel darbietenden Rechts-
ausführung eine zusammenhängende Erzählung des ganzen Vor-
gangs zu erhalten, mit welchem wir, wie es scheint, in einen
neuen flüchtigen Abschnitt unserer öffentlichen Rechtsentwicklung
eingetreten sind. Einige Bemerkungen, wozu die neuesten Maß-
regeln in jenem unglücklichen Lande Anlaß geben, behalten wir
uns vor, am Schluffe beizufügen. R.

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