Full text: Volume (Bd. 5 (1841))

Ueber die Notnunst an Frauen

3

30 Schillinge, von weiteren Helfershelfern über die drei hinaus
jeder 5 Sch., die mit Pfeil bewafneten Begleiter jeder 3 Sch. Die
Composition von 621/* Sch. ist eine der häufigsten im falifchen Ge-
setz, und man darf dafür nicht 63 schreiben, wie Pertz Tom. 4.
pag. 3. 4 gethan, pag. 5 not. d ist ihm mit Recht ein Zweifel
aufgeftoßen; in der Hs. der sogenannten lex emendata drückt das
8 hinter LXII eben die Hälfte aus, wie noch allgemein in Hss. des
Mittelalters die letzte Ziffer unten durchstrichen wird, wenn ik zu
bezeichnen ist. Die gebrochne Zahl 62 Vr kann nicht auffallen, so-
bald man wahrnimmt, daß im salischen Recht ursprünglich alle Bu-
ßen in Denaren angesetzt waren, die erst nachher auf solidos zu-
rückgeführt wurden, 62VrSol. betragen 25OO Den. in runder Sum-
me, wie 1/Vr Sol. — 700 Den. Diese 2500 Pfenninge stehn also
weit unter den 80OO Pfenningen — 200 Schillingen, welche das
Wergeld des freien Saliers betragen. Erwägt man indessen, daß
außerdem die Helfer für ihre Theilnahme componierten, so konnte
nen mochte; sie war bald mit Schlüssel versehen, bald nicht (I.8al.
27, 15. 16.), das Wort ist mit verändertem genus und erweiterter
Bedeutung das lat. scrinium, was nur von einer Kiste, einem
Schranke gilt; die lex Burgund. 29, 3 sagt: effractores omnes,
qui aut domus aut scrinia exspoliant, jubemus occidi, doch lesen
Andere auch hier screunias, wie es in der lex Saxon. 4, 5 und
Fris. add. 1, 5 heißt: screonam effrangere. Scrinium hat langes l;
auch noch im mhd. schrin, nhd. schrein, die Franken scheinen es
kurz genommen und in eo, eu gebrochen zu haben, wofür auch das
französ. escren neben e crin spricht. Merkwürdig aber ist, was
Bignon (ad leg. sab p. 106) von der Sitte in Champagne an-
merkt; escreJies etiam hodie rusticis campanis dicuntur camerae illae
demersae in humum, multo insuper ffmo oneratae, in quibus hieme
puellae simul convenientes pervigilant ad mediam noctem. Dabei
schweben ihm offenbar im Sinn die Worte des Tacitus germ. 16:
solent et subterraneos specus aperire eospue multo insuper fimo
onerare, suffugium hiemi et receptaculum frugibus. Diese Sitte
können die Franken in's nördliche Frankreich gebracht haben. Be-
kannt ist, daß in Seandinavien die Jungfrauen oft in einer shem-
*na, d. h. kleinen Kammer saßen, vom eigentlichen Hause abgeson-
dert, und ich meine gelesen zu haben, solche Kammern seien zu-
weilen auch in der Erde angebaut worden; unter iardhüs kamt
mau sich beides, Wohnung oder Keller, vorstellen.
1 *

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer