Full text: Volume (Bd. 5 (1841))

312

Huck:

Sonderbar ist es, wenn manche Schriftstelter,0b um die Eigen-
thümlichkeiten des Instituts aufzuklären, behaupten, es gehe zwar die
Gefahr der einzelnen Stücke des überlassenen Viehes auf den Päch-
ter über, die Gefahr der ganzen Heerde oder des ganzen Viehbestan-
des bleibe aber dem Verpächter, und wenn sie die Pflicht des Pächters
zum Tragen der Gefahr nicht aus einem beigefügten Assecuranz- und
theilweise Societätsvertrage ableiten, sondern sich die Sache so vorstel-
len, als ob der Pächter Eigenthümer der einzelnen Stücke werde,
und als solch er auch die Gefahr derselben trage, während der Ver-
pächter Eigenthümer des ganzen Viehbestandes als einer universitas
facti bleibe, und deshalb auch Ln dieser Eigenschaft die Gefahr des
Ganzen zu tragen habe. Diese Vorstellung ist aus mehreren Wi-
dersprüchen zusammengesetzt. Zunächst enthält es einen Widerspruch
in sich, daß der Pächter Eigenthümer der einzelnen Stücke werden
soll, weil durch eine solche Annahme der Unterschieb zwischen der aesti-
matio taxationis und venditionis causa aufgehoben würde, der doch
gerade darin besteht,-daß bei der ersten das Eigenthum nicht überge-
hen soll, wohl aber bei der letzteren. Sodann enthält sie einen wei-
teren Widerspruch darin, daß der Verpächter nach Uebertragung
des Eigenthums aller einzelnen Stücke noch Eigenthümer des Gan-
zen bleiben soll, indem doch dieses blos aus den einzelnen Stücken
besteht. Es läßt sich zwar wohl denken, daß der Pächter als Ver-
sicherer einzelne Arten der Zufälle ausnehme, oder daß er seine Ver-
sicherung nicht auf den ganzen Viehbestand ausdehnt, nur muß man
diese so einfache Lage der Sache nicht durch unnatürliche Vorstellun-
gen verunstalten. Ohne eine ausdrückliche Erklärung des Pächters,
die er vorsichtiger Weise immer hinzufügen sollte "), muß man ihn
aber für alle Gefahren, und für den ganzen Viehbestand
tenent halten, wie dieß auch die Gesetze, durch welche das Institut
speziell normirt worden ist, ausdrücklich ausgesprochen haben n).
10) Carpzov, Jurisprudent. forens. P. 2. Const. 37. def. 18. Hummel,
Rhapsod. quaest. forens. Tom. 5- obs. 432. Malblane, de local,
conduct. pee. tz. 8. Glück, Commentar Thl. 17. S. 490
11) Wie schon Stryb, 13. M. P. Lib. 19. §. 8 richtig bemerkt hat.
12) Code civil Art. 1825: „Ra perle meme totale, et par ras forluit, c.si-
ch entkr paar lc firmier, s’il n’y a convention contraire. Bad.
Land recht eod, Art. Conccpt. Cvd. J'atdenS' Art, 1352 (bei Mal
blanc 1. e. §. 8, Note 1>.

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