Full text: Volume (Bd. 5 (1841))

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Huck:

seyn könnte Genauer betrachtet, liegt in dieser Borstellung auch
noch eine weitere Inkonsequenz. Denn wenn der Einsteller blos
mit seinem Gewinn haften, und vom eigenen Vermögen nichts auf
den Ersatz des theilwcise zu Grunde gegangenen Viehes verwenden
sollte, so müßte man ihm auch erlauben, die auf die gemeinschaft-
liche Nachzucht verwendeten Fütterungskosten abzuziehen, weil er da-
für durch den Dünger nicht hinreichend entschädigt ist, und also in
diesem Betrest de damno vitando, und nicht deluero captando certirt.
Aus jeden Fall must man daher gemeinrechtlich, wo es sich um
Auffassung des Instituts nach seiner alten Grundidee handelt, bei
der oben als richtig bezeichneten Ansicht stehen bleiben.
So angemessen es darnach ist, daß der Einsteller am ganzen
oder thcilweisen Verlust des eingestellten Viehes die Hälfte trägt,
so sehr läuft dem Institut die Verabredung zuwider, daß der Ein-
steller alle Gefahr oder einen größeren Antheil daran tragen soll,
als er am gemeinschaftlichen Gewinn hat, weshalb sie auch im In-
teresse des Einstellers in der Regel verboten ist"). Deshalb würde
z. B. schon der Vertrag kraft dessen der Einsteller von der Nach-
zucht die Hälfte bekommen, am Verlust des ganzen Viehes aber zwei
Drittthcile tragen soll, hinfällig seyn.
Ueber den Beweis von Zufall und Schuld gelten die gemei-
nen Rechtsregeln. Da nun der Einsteller zur Prästation der culpa
levi« verbunden ist, so wird im Falle des gänzlichen oder theilweisen
Untergangs oder der Verschlechterung des Stellviehes seine Schuld
so lange vermuthet, bis er einen Zufall dargethan hat. Hat er den
Zufall erwiesen, so wird er so lange als schuldlos angenommen, bis
ihm der Versteller eine positive oder negative schuldvolle Handlung
nachweist, welche den behaupteten Zufall ganz veranlaßt, oder doch
nachtheilig dabei eingewirkt hat

8) Vgl. Potliier I. e. _\r. 11 —18. illöbef. Note 10.
9) Code ervi} Art. 1811: ,,Ou ne peut stipuler., (juv le preneur suppor/eru la
perte totale du elieplel, rpiokjue arrivee par ras fortuil et saus sa
faute, ou rjn’il supportera, dans la perte, une pari plus grande
rpie dans le profil.“
10) 00 ifl der Art. 1808 des Code ciri/ zu verstehen. ,.I n ras de ron
testation. le prrneur est tenu de prouver Je ras fortuil. et le bail

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