Full text: Volume (Bd. 5 (1841))

Viehverftellung.

245

Umständen auch auf Aufhebung des Geschäfts 5), eine Alternative,
welche durch die obigen Gesetze wohl schwerlich hat aufgehoben wer-
den sollen, obgleich die älteren nur von Aufhebung des Geschäfts,
und die neueren blos von Entschädigung und dem Rechte reden, an-
deres Vieh zu verlangen. Uebrigens ist diese letztere Bestimmung an
sich die natürlichste und dem vorliegenden Verhältnisse und dem ge-
meinen Recht am angemessensten.
Die Bestimmung, daß das einzustellende Vieh nicht zu jung
sein soll, hat man aber unter allen Umständen festzuhalten, weil
gerade dieß ein Punkt ist, welchen die Viehversteller zu wucherlichem
Gewinne sehr zu benutzen wissen. Diejenigen, welche von der Vieh-
verstellung eigentliche Profession machen, haben nämlich nach nichts
eifriger zu trachten, als daß sie die ihnen als „Theilvieh" oder
„Milchkalb" zugefallenen Stücke, wofür sie in der Regel keine Stal-
lung und kein Futter haben, sogleich wieder verstellen, und so die
auf ihren Vortheil nicht genug achtenden Bauern bereden, dasselbe
um Monate oder Jahre zu früh einzustellen. Der Einsteller hat
dann den Nachtheil, daß er es ein Jahr oder langer in seinem
Futter hat, ohne den geringsten Vortheil daraus zu ziehen. Unter
solchen Umständen wird der einstellende Bauer das Geschäft nicht
blos mit obigen Klagen, sondern in der Regel auch noch wegen
Betrugs schon gemeinrechtlich anfechten können, so wie er auf jeden
Fall das Futtergeld von der Zwischenzeit als Entschädigung ersetzt
verlangen kann, soweit es nicht durch die genossenen Vortheile com-
pensixt wird, wenn auch nicht die Landesgesetze dasselbe ausdrücklich
für nichtig erklärt oder verboten haben 6).
§. 8.
Rücksichtlich des Subjekts hat die Viehverstellung wenig Ei-
^.genthümliches. Sie kam und kömmt weniger zwischen Bauern und
sonstigen auf dem Lande lebenden Beisitzern und Miethlingen, als
zwischen Bauern und rnit baarem Gelde versehenen Städtern und
Juden vor, wie dieß aus der Stellung desselben in der mecklen-
burgischen Landesordnung unter dem Titel: Von Gew erb
'und Handthierung der Bauern mit den Bürgern in den
L- 19. §. 1. 1). Locat, rond. (19. 2). L. 13. §. 6. de damno inf,
(39. 2).
ti> Das b ad. Edikt a. a.O. „So wollen wir alle dieremgen Vieh«

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer