Full text: Volume (Bd. 5 (1841))

Viehverstellung. 235
„einer dem anderen ein oder mehr Stück Vieh zu halben
stellen könne" *).
Eine besondere Erwähnung verdient noch die von Leu nicht
speciell aufgeführte sogenannte Alpage des vaches, welche darin
besteht, daß Alpenhirten Melkvieh, insbesondere Kühe zur Waidung
auf den Alpen über den Sommer übernehmen, sich die Milch wäh-
rend dieser Zeit und das geworfene Kalb ausbedingen, und dafür
einen Geldzins bezahlen ^).
II. 2n Deutschland.
8. o.
Zn den deutschen Statuten wird die Viehverstellung in folgen-
den Gestalten erwähnt:
1) Wenn Einer einem Anderen einen Bestand von Zug- oder
Melkvieh zum Gebrauch und zur Benutzung, dagegen aber auch zur
Einstellung, Wartung und Fütterung gegen einen Pachtzins in Geld
(Rindermiethe, Kühzins, Milchzins) überläßt, oder sich
2) beim Melkvieh, statt Geldes, das jährliche (vierwöchige)
Milchkalb ausbedingt, oder sich
3) neben dem Milchzins auch noch das Kalb aushält, oder sich
4) mit der Hälfte des Kalbes begnügt, und die andere Hälfte
desselben dem Einsteller überläßt, sich aber dafür einen Zins in Geld
oder Milch bezahlen läßt.
Dabei, so wie bei einigen der folgenden Arten, war es gar
nicht ungewöhnlich, daß der Verstellcr nicht einmal von seinem eige-
nen Vieh einstellte, sondern
a) dem geldbedrängten Einfteller sein Vieh abkaufte, und nun unter
den gedachten Bedingungen stehen ließ, oder daß er ihm
b) nur ein Darlehn auf ein Stück Vieh gegen die gedachten Vor-
theile vorschoß, oder daß sogar
2) Bei Leu a. a. O. Thl. 2. S. 739.
3) I. F. Malblanc: de locatione conductione pecoris. (Tubingae 1818)
5. not. a., wo die Definition des Concepi. Cod. fVMens. Art.
4356 abgcdruckt ist. „Lorsqu’une ou plusieurs vaches sont remi-
ses pour les nourir et en tirer les fruits, le bailleur en conserve
la propriete le preneur profite seul du lait et des veaui qui nais-
sent pendant la durce du bail.“

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