Full text: Volume (Bd. 5 (1841))

Juristische Gewere an Mobilien.

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gegen dritte Inhaber abgesprochen findet, so kann man sich zu der
Ansicht- geneigt finden, daß ihm dadurch auch das Eigenthum an
demselben verloren gegangen sep. Allein dagegen reden doch meh-
rere Gründe. Man müßte nämlich dann entweder annchmen, daß es
in der That gar kein Eigenthum an Mobilien gegeben habe, sondern
nur Besitz, oder daß in solchem Falle das Eigenthum immer auf
den Empfänger übergegangen sep. Bei der erster» Annahme würde
man aber genöthigt sepn, auch demjenigen, dem ein Gut geraubt
oder gestohlen worden, oder der es verloren hat, alles Recht an
demselben abzusprechen. Will man die Worte urgiren, so kann man
selbst ein Zeugniß hiefür ausweisen '). Die in diesen Fällen gegen
den dritten redlichen Besitzer gestattete Klage würde daun nur gleich-
sam eine condictio sine causa sepn f). Allein dagegen spricht, daß
der Kläger bei Anstellung der Klage den Eid zu leisten hatte, daß
das Gut noch sein Eigenthum sep 1 2 3 *j, und daß er selbst im Laufe
des Verfahrens in die Lage kommen konnte, sein Eigentbum erwei-
sen zu müssen^). — Für die letztere Annahme könnte mau anfüh-
ren, daß, wenn dem Geber keine Klage gegen den Dritten zustand,
doch der Empfänger sie gehabt haben müsse, dieser aber nur klagen
könne, wenn er Eigenthum gehabt, weil er ja zu diesem Ende eben-
falls Eigenthum beschwören und beweisen müsse 5). Allein es fin-
det sich dennoch der Ausspruch, daß jemanden ein Gut gestohlen wer-
den könne, was nicht das seinige sep, wib daß er deshalb eine
Klage habe6). — Versteht man mm darunter nur eine Strafklage

1) Verin. S. Sp. llt. 8. 4. ... was ein man vindet ... komt dcnne
jener, dem is c/.ugehört hat. Vgl. auch unten Note 6.
2) Dafür könnte man anführen: Richtst. Ld.R. 11. I4e borgelike kla-
gen lvomen dar van, dat de kleger klaget dat IN. dat vnder sink
hebbe, dat he bilker hedde.
s) Vgl. oben §. 5. Note 6. 7. Daraus, daß dieser Eid nicht wörtlich
zu nehmen (ogl. oben §. 3. Note 13.), folgt noch nicht, daß man
in denselben etwas anfgenommen, worauf es überall nie ankam.
4) Vgl. oben §. 1. Note 31. §. 2. Note 3. 59. §. 3. Note 7.
3) Denn dieß wird ganz allgemein für die dingliche Klage gefordert.
Vgl. die Note 5 und 4. nachgewiesenen Noten.
tu Schwab. Ld.R. Cap. 253. §. 4. 5. (bei Laßb. Cap. 250.): Und ist
das mir eyn gut verstolen wird, dass nit mein ist, do sal ich der

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