Full text: Volume (Bd. 5 (1841))

Juristische Gewere an Mobilien.

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lein es gab im deutschen Rechte eine Ansicht, nach welcher der
Anfang nur wegen gestohlneu oder geraubten Guts statthaft seyn
sollte23). Die Einleitung konnte aber darüber, ob ein solcher Fall
vorlag, noch überall keine Gewißheit geben. Nur auf den Sieg
init der Klage gegen den dritten Besitzer wird also jene Meinung
bezogen werden dürfen, und dieser war demnach nach ihr nicht mög-
lich, wenn das Gut nicht dem Kläger gestohlen oder geraubt war'^);
und dann mußte dasselbe auch bei der Einleitung des Verfahrens
durch schlichte Ansprache eintreten, insofern dieses nach feftgestelltem

23) Gvsl. St. (Göschen) S. 98. I. 15. 16. Menne mag nicht ane-
vanghen denne vordüret gut oder ghcrovet. Richtst. Ld.R. 11 «. Gr.:
vtlihe feggen dat angefant an nenen dinglien tho rechte l'cheen
möge, wenn an deme dat eine verftolen edder genomen were. —-
Jedenfalls wird aber doch nicht gefordert seyn, daß das Gut dem
Kläger durch eigentlichen Diebstal oder Raub abhanden gekommen,
sondern auch nach dieser Ansicht genügt haben, wenn es nur durch
diebliches Behalten dieblich geworden war, z. B. wenn der Ei-
genthümeres verloren hatte und der Finder es verlängnete (Sachs.
Ld.R. II. 37. vergl. auch Cropp a. a. O. S. 43 ff). S. indeß
unten bei Note 31. — Darnach würde also wegen vervfändeten
und verliehenen Guts jedenfalls kein Anfang zulässig seyn (vgl.
unten §.4. Note 18. 19). Forderte man aber wirklichen Diebstal
oder Raub, so wäre er selbst bei veruntreuetem deponirten (Sächs.
Ld.R. HI. 5 und unten 8. 4. Note 18.) und einem Dienstboten
auvertrauetem (vergl. Cropp a. a. O. S. 358. 359) Gute (Glosse
zum Sächs. Ld.R. II. 57. bei Gärtner S. 253 eol. i), nicht aber
bei solchem veruntreueten Gute, welches einem Fuhrmann oder
Schiffer (Lüb. R. 6od. Lrolr. II. oi-t. 252. in. art. 224. v. Hach,
Abthl. IV. 55. Rev. Lüb. R. IV. 1. art. 7. Hans. Schiffsordn.
v. I. 1591 art. 7 n. 9) oder einem Handwerker (Braunschw. St.
V. 1252 Stück 5. §. 16. [Leibn. scr. r. Ikl. III. p. 445]) anver-
tratit worden, ausgeschlossen gewesen. Vgl. auch Cropp a. a. O.
S. 61-79.
24) Braunschw. Stat. v. 1232. St. 1. 8. 26. Zeller Stat. v. 1301.
§. 30. (Leibn. III. p. 434 tt. 484). Swelterhande weddescbat eyn
man heil an sinen weren, denn mot he bat in sinen weren bc
holden, wan one eine jemant entwören möghe, he cd sprete
•l«ve, oder roff dar an. — Pgl. auch oben Cropp a. a. O.
S. 296.

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