Full text: Volume (Bd. 5 (1841))

Juristische Gewere an Mobilien.

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erfordert haben würde, und da dies nicht der Fall, sie auch auf eine
solche Gewere nicht gestützt sepn kann. — Denn wo es auf eine
nicht factische Gewere ankommt, ist sie die conditio »me qua nou
der Befugniß, wegen des Guts vor Gericht zu handeln l0). — Ja
es muß sogar behauptet werden, daß eine solche Ansprache gegen
den dritten Inhaber von Mobilien gar nicht Klage im heutigen
Sinne des Worts genannt zu werdet: verdient, sondern richtiger als
ein Angriff bezeichnet wird, der in eine Klage im heutigen Sinne
erst übergeht, wenn die gehörige Gewerschaft des Beklagten fehlt;
und daß, wo wir im germanischen Rechte dingliche Klagen zu sehen
gewohnt sind, es zum Theil nur Angriff gedachter Art, :md durch
Gewere oder Gewerschaft bedingten Schutz gibt. — Denn, was die
Mobilien betrifft, so ist nicht allein von dem Beweise einer Gewere
der Angreifende befreit; er kann sogar ohne allen Beweis eines
Rechts den Angriff unternehrnen, und den Angegriffenen zur Ber
theidigung und zu einer Beweisführung nöthigen, und nur
im Verfolge des Verfahrens kann, wenn dem Beklagten der Schutz
fehlt, ein Beweis seines Rechts zu seinem Siege erforderlich sein il),
wird aber freilich auch erst dann zulässig '^). - - Jene Freiheit des
Klägers (wie der Angreifer hier ferner genannt werden sott) von
einer Beweisführung wird man auch hier jedenfalls nicht, wie bei
der Anschuldigung eines Verbrechens, die hier keinesweges zum An-
griffe gehört13), angenommen zu werden pflegt "), darin finden
10) So bei Immobilien, wo man rechte Gewere haben muß, um sein
eigner Gewere sein zu können.
11) Den Eid, welchen der Kläger unter Umstanden bei Anstellung der
Klage zu leisten hat (vgl. unten §. 3. Note 5.6.7.) kann man nicht als
Beweis seines Rechts betrachten, weil dieser vielmehr erst in einem an-
dern Stadium des Verfahrens vorkommt (vgl. Note 31. § 2. not. z.
39. §. 3. Note 7.). Da die Auffassung des Verhältnisses hier durch-
aus von der prozessualischen Stellung abhängt, so wird es notb-
wendig, jenen Eid von diesem Beweise streng zn unterscheiden.
12) Vgl. unten §. 2. Note 59.
13) Daß in einer nicht auf einem obligatorischen Verhältnisse beruhen-
den Klage wegen Mobilien immer eine solche Beschuldigung liege,
meint Rogge, Über das Gerichtswesen der Germanen. S. indeß
dagegen: Eichhorn Einl. tz. 170. Notei.' Ganpp a. a. O. S. 112.
und unten $. 2. Note 25.
14) Rvgge a. a. O. S. 212. 213.

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