Full text: Volume (Bd. 12 (1848))

Die deutsche Nationak-Versammlung. 467
die hohe Kammer möge beschließen, daß sie dem von der
früheren Minorität gestellten Antrag, die National-Versamm-
lung in ihrer gegenwärtigen Zusammensetzung als zu Recht
bestehend anzuerkennen, nicht beizutreten wisse.
Folgendes Gutachten in einer anderen Angelegenheit ist mit
vier (v. Zwerger, Adam, Reyscher, Sautter) gegen drei
(Pfäfflin, Stockmayer, Seeger) beschlossen worden:
II.
In der Sitzung vom 14. Juni ist der staatsrechtlichen Com-
mission ein Antrag des Abg. Sch oder zur Berichterstattung zuge-
wiesen worden, dahin gehend:
„die Negierung zu bitten, ungesäumt die württembergischen
Bataillone von dem von dem Reichsgeneral, Generallieutenant
v. Peucker, kommandirten Reicheheere zurückzuziehen."
Wir haben über diesen Antrag zunächst Folgendes geschichtlich
zu bemerken:
Bekanntlich hat sich Württemberg der am 28. Juni v. I. von
der Nationalversammlung niedergesetzten provisorischen Centralge-
walt ebenso unterworfen, wie die anderen deutschen Staaten; auch
hbt der deutsche Bundestag, als die bis dahin geltende Bundes-
Centralgewalt, sein Mandat sofort in die Hände des Reichsverwe-
sers abgegeben. Nach Art. 1. des Gesetzes über- Einführung einer
provisorischen Centralgewalt für Deutschland ist diese Centralgewalt
für alle gemeinsamen Angelegenheiten der deutschen Nation bestellt;
sie hat die vollziehende Gewalt zu üben in allen Angelegenheiten,
welche die allgemeine Sicherheit und Wohlfahrt deS deutschen Burn
desstaats betreffen. Insbesondere ist ihr übertragen die Oberleitung
der gesummten bewaffneten Macht und die Ernennung der Ober-
befehlshaber.
Die württembergische Regierung hat demzufolge -zu dem däni-
schen Krieg in seiner ersten und zweiten Folge die geforderten Trup-
pen an das Reichskommando abgegeben. Sie hat ferner im vori-
gen Jahre zu Folge Beschlusses der Centralgewalt ein Truppen-
Corps im Großherzogthum Baden aufgestellt, welches jedoch vor
Kurzem in das Land zurückgezogen worden ist, mit Ausnahme jener
zwei Bataillons, welche zuvor schon auf Befehl der Centralgewalt
nach Frankfurt und nachher nach Hessen dislvcirt worden find, wo

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