Full text: Volume (Bd. 12 (1848))

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Das Pfändungsrecht.
Bemerkung ihre Stelle finden, daß im Rügen'schen Landgebrauche
die Pfändung wegen Schadens ganz wie eine Unterart der Pfän-
dung wegen Schuld behandelt wird.
Nicht allein, daß die Nachrichten darüber verhältnißmäßig spär-
lich sind (nur die beiden kurzen Titel 153 und 178 handeln davon):
so lehnt sich die Darstellung durchaus an die für die Pfändung we-
gen Schuld gegebenen Vorschriften an; es wird sogar ausdrücklich
darauf als auf das Allgemeine hingewiesen:
178. §.2. .... glickeft anderer Pande verköpen, den
Wedderkoop up dre Dage ..., alß Wedderkoopes
Kündigent Recht iß, laten ankündigen ....
Das Besondere für die Pfändung wegen Schadens ist vor-
nehmlich nur das, daß die Pfändung stattfindet gleich in dem Au-
genblicke, wo die Forderung, die dem Pfänder wegen des erlittenen
Schadens zukommt, entstanden ist, der Gepfändete aber erst nach-
träglich sowohl von seiner Schuld als von der vorgefallenen Pfän-
dung Kenntniß erlangt. Aus diesem Umstande dürfte die Bestim-
mung zu erklären sein, daß der Pfänder demjenigen, dem die „Hase"
gehörte, wenn er ihr, kannte, Nachricht zugehen lassen mußte, ehe
er zur Aufbietung der Pfänder schritt, daß er aber für den Fall, wo
ihm der Eigenthümer des Viehes unbekannt war, zuvor eine Frist
von 24 Stunden abzuwarten hatte. Tit. 153. §. 4. 178. §. 2.
War das eine oder das andere vorausgegangen, ohne zur güt-
lichen Erledigung der Sache geführt zu haben, so trat nun ganz das
Verfahren ein, welches wir für die Pfändung wegen Schuld ken-
nen gelernt haben.
Es erfolgte zunächst das Aufbieten der Pfänder, so hoch, als
der Beschädigte den Schaden achtete, — hier jedoch nicht im or-
dentlichen Gerichte des Gepfändeten, sondern vor dem Dorf-, Herr-
schafts- oder Gard-Gerichte, wo der Schaden geschehen war — so-
dann das Ansagen des Mederkaufes, welcher 3 Tage dauerte, und
endlich nach Verlauf dieser Frist das Vereignen oder Verkaufen des
gepfändeten Viehes. Tit. 153. §. 4. 178. §. 2.
Daneben geschieht auch hier eines förmlichen Rechtsverfahrens
für dm Fall Erwähnung, wo der Gepfändete- sei es den verursach-
ten Schaden überhaupt oder die Höhe desselben bestreitet. Tit. 153.
§§. 13. 4. 178. §.2.
Former wird gedacht des Verbotes für de» Pfänder, „die Haft,"
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