Full text: Volume (Bd. 12 (1848))

Das Pfändungsrecht.

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daß der Pfänder sich dabei gewöhnlicher Gehülfen für ein Trinkgeld
bediene (vgl. oben 2. b.). Der Tit. 270. ferner „Vam Vordageßmanne
int gemene" nennt diesen neben den nach gemeinen Rechten zum
Gerichte und Rechte gehörenden drei Personen als vierte Person,
ohne welche Gericht und Recht nicht förmlich auegerichtet werden
könne, und rechnet den Landreiter mit zu den Vordagern. DaS
Amt aber der letzteren beschreibt er einfach als das von Boten des
Gerichts, welche die Vorladungen der Partheien zu besorgen haben.
Von Dienern des Gerichts, welche Auspfändungen Namens des Ge-
richts zu vollstrecken hätten, keine Spur. Wohl aber ergibt der ganze
Inhalt des Titels 40. „Vam Bröke de im Gericht iß erkandt wor-
den re." auf das unzweideutigste, daß wegen gerichtlich zuerkannter
Buße die gewöhnliche Privatpfändung ausgeübt würde. Denn es
werden daselbst alle für die außergerichtliche Pfändung vorkommen-
den Kunstausdrücke gebraucht, als:
.man schall mit der Pande vor desBorgenHerr-
schop, .... thehen ....(§. 2.) -
De Panden moth den Wedderkoep antögen ... (§.4.)
.De Pande, de vor tho erkannten Bröcke pandet wert,
both men schlichtes up vorm Gerichte, dar de Bröcke er-
kant was und sede den Wedderkoep up drei Dage ... (§. 5.)
Dabei läßt die ausdrückliche Verweisung im §. 4. auf das Verfah-
ren bei anderer Pfändung um Schuld
.... glik anderer Geltpande, wie hierunder von der Pande
schall angetoget werden ...
keinen Zweifel zurück, daß jene Kunstausdrücke gerade in dem Be-
wußtsein völliger Gleichartigkeit der Pfändung im einen wie im an-
deren Falle gebraucht sind.
. In ähnlicher Weise wird im Tit. 219. §. 6. der Pfändung um
Kost und Zehrung, die im Gerichte ist erkannt worden, gedacht, in-
dem von dem durch den Pfänder zu bewirkenden Aufbieten des Pfan-
des die Rede ist (s. Hl. 1.).
Für beide Fälle aber (Bröcke und Kost und Teringe) wird, wie
wir oben unter 2. c. bereits gesehen, jene Erlaubniß der Herrschaft
des zu Pfändenden nicht für erforderlich erachtet, zum deutlichen Be-
weise, daß es sich dabei lediglich um eine durch den Berechtigte»
selbst zu vollstreckende Pfändung handelt. -r Die angezogenen Worte
aus dem Titel vom Landprobste sind daher nur so zu verstehe», daß
das vor dem geistlichen Gerichte zur Anwendung kommende Recht

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