Full text: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 12 (1848))

229 Buchka: Ueber correspective Testamente.
dern in dem Augenblicke verliert, wo er die Erbschaft des Vorver-
storbenen antritt. Dieß genügt, um eine verneinende Antwort auf
die vorliegende Frage zu rechtfertigen. Damit nämlich der Zwang
zur Erbschaflsantretung für den Fiduciar nicht zu einer Iniquität
werde, hält das römische Recht für die Anwendung der Vorschrif-
ten des 8. C. Pegasianum als oberstes Princip fest, daß die Nö-
thigung zur Antretung dem Genöthigten nie zum Nachtheil gereichen,
ihm daher weder Schaden bringen, noch einen Vortheil entziehen
darf"). Wo daher die Antretung etwas für den Fiduciar Nach-
theiliges in ihrem Gefolge hat, wird der Fibeicommifsar mit seiner
auf die Kereäitatis aditio gerichteten Forderung nicht anders gehört,
als wenn er dem zu Zwingenden volle Entschädigung bietet, oder
etwa die Remission der Disposition erwirkt, in Folge deren die An-
tretung nicht ohne einen Nachtheil des Inftituirten geschehen kann.
Daß das erstere Auskunftsmittel einer Entschädigung hier, wo es
sich um den Verlust der Testirsreiheit handelt, nicht anwendbar wer-
den könne, versteht sich von selbst. Daß auch eine Remission un-
möglich sei, wird klar, wenn man erwägt, daß durch eine solche ein
mit dem Willen des Testators im offenbarsten Widerspruch stehen-
des Resultat herbeigeführt werden würde. Da demnach die Antre-
tung der Erbschaft für den Ueberlebenden den Verlust der Testirfrei-
heil zur unausbleiblichen Folge haben würde, und für dieselbe al.s
ein inäftimables Recht keine Entschädigung gegeben werden kann, so
muß überhaupt in diesem Falle der Zwang verworfen und somit
dem Ueberlebenden die freie Wahl zwischen der Antretung und Aus-
schlagung der Erbschaft gelassen werden ").

14) 1. 7. pp. 1. 11. pr. ]. 27. § 15. ad 8. C. Trebell. (36, 1.)
15) Uebereinstimmeud ist aus freilich unhaltbaren Gründen Volley,
Beitrag zur Lehre von den correfpectiven Testamenten der Ehe-
leute. Stuttgart 1846 §. 6.

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