Full text: Volume (Bd. 12 (1848))

Entwürfe einer deutschen Verfassung. 173
sicht der vorbereitenden Versammlung festgestellt, und meines Erach-
tens mit Recht. Das deutscheVolk hat seine Versa ssungs-
A»gelegenheit bereits thatsächlich in die Hände genom-
men, und kann sie unbeschadet seinerEristenz nicht wie-
der aus den Händen geben. Man vertraue aber auch diesem
Volke; es wird schneller und besser die große Sache des Vaterlan-
des zum Ziele führen, als der Wiener-Congreß in den Jahren 1814
und 1815 gethan hat.
Der Hauptstreitpunkt: die angetragene Permanenz der Ver-
sammlung ward gegen den Antrag Einzelner verneinend entschie-
den, und übereinstimmend mit dem Siebner-Programm m-. VI. nur
eine Permanenz des Ausschusses beschlossen, die angetragene Zahl
von 15 Mitgliedern aber auf 50 erhöht. Diesem Ausschuß ward
nach dem Antrag der Sieben das Recht zugestanden: die Vollziehung
der Einberufung der constituirenden National-Versammlung auf den
1. Mai 1848 zu betreiben, und wenn bis dahin der Zusammentritt
nicht erfolgt wäre, die vorbereitende Versammlung nochmals zu be-
rufen. Die Einberufung der Nationalversammlung selbst ward in
die Hände der mit Vertrauens-Männern verstärkten Bundesbehörde
gelegt, zugleich aber das Verlangen ausgesprochen, daß vor Allem
die seit 1819 gefaßten Ausnahmsbeschlüsse von dem Bunde zurück-
genommen, auch der Bundestag von denjenigen Mitgliedern, welche
an diesen Beschlüssen theilgenommen, gereinigt werden möge. All'
dieses ward von dem ofstziellen Organe des Bundes, der Bundes-
versammlung , zugestanden. Diese Versammlung wird sich auch
mit dem zurückgelassenen Ausschüsse der vorbereitenden Versamm-
lung in Anstandsfällen in Verbindung setzen und seinen Wünschen,
als denen des deutschen Volks, keinen Widerstand entgegensetzen.
Damit war die Lenkung der deutschen Angelegenheit bereits in die
Hände eines neuen Organs gelegt und im Grunde Alles auf ge-
setzlichem Wege erreicht, was die ungestümme Minderheit auf revo-
lutionärem Wege anstrebte, nur nicht die Errichtung einer Republik
oder einer förmlichen provisorischen Negierung. Auch ich habe mich
diesen Vorschlägen in mehreren Privatversammlungen, welche der
Hauptversammlung vorhergingen, widersetzt, dem ersten, weil ich die
monarchische Form mit volksherrschaftlicher Grundlage für unsere
Verhältnisse angemessener und volkSihümlicher halte, den zweiten,
weil er uns ohne Noth von der gesetzlichen Bahn abgelenkt und ei-

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