Full text: Sächsisches Archiv für bürgerliches Recht und Prozeß (Bd. 13 (1903))

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Literatur.

stück und Grundbuch, II. Die Eintragungen in das Grundbuch, III. Die Ände-
rungen in den Rechtsverhältnissen des Grundstücks, die allgemeinen Vorschriften
über Rechte an Grundstücken unter besonderer Berücksichtigung der Vorschriften
der Grundbuchordnung und der sächsischen Ausführungsvorschriften, in dem
zweiten die Hypothek, die Grundschuld, die Rentenschuld und die Kreditreallast
dargestellt und erörtert.
Das Buch gibt somit eine eingehende Darstellung des formellen Grundbuch-
rechts und eine ebenso gründliche des Grundpfandes und seiner verschiedenen
Arten. Ein eigener Abschnitt ist den Übergangsbestimmungen gewidmet. Ein An-
hang bringt die sächsischen Muster für Eintragungen sowie für Grundschuld- und
Rentenschuldbriefe.
Außer dem Inhaltsverzeichnisse enthält das Buch ein Gesetzes- und ein
alphabetisches Sachregister.
Das Buch soll, wie der Verfasser in der Vorrede sagt, einem Bedürfnisse
der sächsischen Praxis entgegenkommen. Die sächsischen Ausführungsbestimmungen
sind demgemäß in den Text verarbeitet. Der Verfasser meint, soweit das Buch in
die Hand nichtsächstscher Juristen gelangen sollte, werde dies nicht störend empfun-
den werden. Einerseits dürsten seiner Meinung nach die landesgesetzlichen Vor-
schriften, abgesehen von den Abweichungen, die durch eine etwaige Verschiedenheit
in der Art der Buchführung bedingt seien, nicht allzusehr auseinandergehen. An-
dererseits gewähre es ein nicht zu unterschätzendes Interesse, einmal die Aussüh-
rungsvorschristen des eigenen Landes mit denjenigen eines anderen Bundesstaates
zu vergleichen.
Ersteres trifft bei der Verschiedenheit der Partikulargesetzgebungen und der
Einrichtungen der einzelnen Bundesstaaten wohl nicht zu. Der Praktiker wird
auch kaum Muße zu vergleichenden Studien der Ausführungsgesetze finden. Für
den nichtsächsischen Praktiker wird die Verwebung der sächsischen Ausführungs-
Vorschriften in den Text kaum eine besondere Anziehung ausüben.
Dennoch hieße es den Wert des Buches verkennen, wenn man es in die
Grenzen Sachsens bannen wollte.
Der Verfasser verfolgt in seiner Darstellung praktische Zwecke und gibt in
der Tat in der Erörterung des Gesetzesmaterials alles, was aus diesem Gebiete in
Betracht kommen kann.
Insbesondere ist dem Verfasser das Bemühen, den Zusammenhang der Vor-
schriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs mit denen des Zwangsversteigerungsgesetzes
klarzulegen, wohlgelungen.
Die Erörterungen zeugen von voller Durchdringung und Beherrschung des
Stoffes. Die Darstellung ist klar und mühelos lesbar.
Auch der nichtsächsische Jurist kann somit in dem Buche eine Fülle von An-
regung und Belehrung finden. Reichsgerichtsrat Dr. Lippmann-Leipzig.

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