Full text: Volume (Bd. 13 (1903))

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Königsdörffer, Die Teilbarkeit der Grundstücke rc.

stücke auf einem Grundbuchblatte nach § 890 des B.G.B. gebucht sind. Das
zeigt sich besonders deutlich, wenn zwei Grundstücke A und B dadurch ver-
einigt werden, daß beide auf ein neues Grundbuchblatt übergetragen werden.
Hier ist es lediglich Sache der Willkür des Grundbuchbeamten, ob er die
Lasten von A oder von B zuerst überträgt. Irgend ein Rangverhältnis
zwischen ihnen entsteht dadurch nicht. Von einem solchen kann erst dann
die Rede sein, wenn die Erstreckung eingetragen ist. Das geschieht aber
erst hinter der Übertragung der Lasten, wenn auch vielleicht in demselben
Einträge. Die zu erstreckenden Rechte des einen Grundstücks können das
andere Grundstück nur in der rechtlichen Verfaflung ergreifen, worin es
sich zur Zeit der Eintragung der Erstreckung bereits befindet, so daß die
Lasten von B bei einfacher Erstreckung auf A dessen Lasten nachstehen
müßten und umgekehrt. Die rein örtliche und zeitliche Reihenfolge der
Eintragungen spielt in solchen Fällen überhaupt keine Rolle. Es kann
dabei vielmehr leicht Vorkommen, daß die später verlautbarten Lasten den
früheren vorgehen. Man denke nur an den ganz einfachen Fall, daß ein
mit Hypotheken belastetes Grundstück B einem mit anderen Hypotheken be-
lasteten Grundstück A zugeschrieben und auf dessen Blatt übertragen wird.
Dann finden sich die Hypotheken von B der Reihenfolge nach hinter denen
von A eingetragen, gehen aber gemäß § 1131 des B.G.B. ihnen hinsichtlich
des Grundstückes B im Range vor, ohne daß es auch nur einer besonderen
Hinweisung auf dieses Rangverhältnis im Grundbuche bedürfte. Ein Bei-
spiel wird den Inhalt der erforderlichen grundbücherlichen Verlautbarungen
noch besser veranschaulichen. Es ist angenommen, daß ein mit zwei
Hypotheken belastetes Grundstück mit einem mit einer Hypothek und einer
Landrente belasteten auf dessen Blatt mit Hinzuschlagungswirkung vereinigt
wird und daß die Lasten des zuletzt genannten.Grundstücks den Vorrang
erlangen sollen.

Abteilung I.

4
zu Nr. 1, 2.

4. Mai 1802. Das Flurstück Nr. 32 des Flurbuchs
wird von Blatt 10 dieses Grundbuchs zufolge Aus-
lassung hierher übertragen und mit dem Grundstück
mit der Wirkung der Hinzuschlagung vereinigt.
Die Landrente Nr. 2 ist auf das hinzugeschlagene
Grundstück im bisherigen Range erstreckt worden.

Anmerkung: bei Nr. 1. Hinzugeschlagen s. Nr- 4.
bei Nr. 2. Landrente erstreckt s. Nr. 4.
Vorrang vor Abt. III Nr. 20.

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