Full text: Volume (Bd. 8 (1843))

66

Brackenhoeft:

kann denn auch in Ansehung einer damit verbundenen Gewere statt-
finden, welche insofern, als sie nur die Fortdauer des Rechts be-
wirkt, mit jenem bloßen Eigeuthum allerdings verbunden seyn kann139).
Sobald es sich aber mit der Befugniß zur Ausübung vereinigt,
kann es bei Mehreren der innern Seite nach nur nach Theilen vor-
handen seyn, wenn schon die jetzt auch in Beziehung auf Schätzung
des Guts in Wirksamkeit tretende Gewere bei jedem ganz vorhan-
den seyn kann. Der Grund dieser Erscheinung von Gesammtver-
hältnisten im deutschen Rechte ist nicht etwa ein besonderer positiver
korporativer Trieb, den man bisweilen zur Erklärung angerufen hat,
sondern vielmehr ein Mangel an der Unterscheidung zwischen ver-
schiedenartigen Rechten, z. B. zwischen der Anwartschaft auf mit
dem Nutzen verbundenes Eigenthum und diesem selber, oder der
Mangel eines auch nach Außen hin stattfiudendeu Hervortretens der
innern quantitativen Begränzung der gleichartigen Rechte Mehrerer,
z. B. mehrerer Gesammtbelehnten, an demselben Gegenstände; wo-
durch sich Dritten gegenüber ganz von selber ein Verhältniß der
Identität und Genossenschaft in Ansehung dieses Gegenstandes Her-
ausstellen mußte, und bei der Trennung zwischen innerer und äußerer
Seite des Verhältnisses auch wirklich bestehen konnte. — Eine innere Ge-
meinschaft, hervorgerufen durch einen hier keineswegs zu spürenden
Mangel einer Begränzung der Rechte der Genossen untereinander,
ist aber damit noch nicht vorhanden; und die Ansicht Beseler's M0):
daß im deutschen Rechte der Begriff des Eigenthums als eines
ausschließlichen (von dem Zusatze: „untheilbaren" [??] muß man
absehen) Rechts nicht durchgeführt werden könne, erscheint dem-
nach als unbegründet. — Die neueste Behandlung der Lehre vom
Gesammteigenthum hat indeß die Möglichkeit eines Gesammtverhält-
niffes der gedachten Art übersehen, und es ist ihr entgangen, daß
da, wo sie das Gesammteigenthum auf eventuelle Successionsrechte
zurückzuführen sucht141), solche nur dadurch gesichert werden konn-

139) Dies zeigt sich wiederum beim Provasallen; ferner bei der Eventual-
belehnung, die sich durch eine solche Gewere gerade vom geliehenen
Geding unterscheidet. Vgl. Eichhorn Einleit. H. 220 Not. e und
nach Not. 9. Sachs. Lehen-R. 5.
140) Erbvertr. I. S. 87 ff.
141) Duncker a. a. O. S. 26. 28. 29. lio.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer