Full text: Volume (Bd. 8 (1843))

Dingliche Rechte aus Verträgen.

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Art begründet worden 432). Die bisherige Ausführung hat nun
zwar zu dem Resultate geführt, daß sowohl der Vergabende als der
Bedachte ein Recht an dem Gute habe, welches mit dem Namen
Eigenthum belegt werde; allein in dem Sinne, wie darnach jedem-
Eigenthum beigelegt wird, ist das Verhältniß ein anderes als das-
s. g. deutsche Gesammteigenthum i3i). Eine Prüfung der Frage,'
inwiefern überhaupt ein solches Gesammteigenthum bestehen könne,-
wird auch nicht zur Bestätigung jener Ansicht führen. Sieht man
dabei zunächst auf die äußere Seite, die Gewere, so gibt es dafür<
daß demjenigen, der den Nutzen hat, und zwar ihm allein, die Ge-
were zusteht, eine ausdrückliche Entscheidung l34). Es muß demnach
auch in Abrede gestellt werden, daß jemand für ein Recht eine Ge-
were, die ihn zur Schützung desselben im gerichtlichen Streite be-

15-2) Beseler a.a.O.I. S. 70 ff. — Diese Ansicht findet sich auch bei? set-5,
comment. successione universali per pactum promissa an et qua-
tenus promittendi facultas de bonis inter vivos disponendi ademta
sit (1801) §. 3 et 4. Hasse trn Rhein. Mus. II. S. 170. Mit-
termaier D. Priv.R. tz. 452. Not. 4. Eichhorn Einl. §. 168.
344. Phillips D. Priv.R. Ausg. 2. Thl. II. S. 139. — Dage-
gen: Albrecht a. a. O. S. 190 ff. Duncker a. a. Q. S. 61 ff.
— Eigenthum und Gewere werden hier regelmäßig confundirt und
dem Bedachten zugeschrieben; letztere nehmen bei dem Vergabenden
nur lebenslänglichen Nießbrauch an (s. oben Not. 114.116), während
erstere ihm ebenfalls Eigenthum geben, welches jedoch bei Eichhorn
a. a. O. tz. 168 als Ausübung des Eigenthumsrechts bezeichnet
wird.
133) S. über die Bedeutung, welche demselben beigelegt worden: Dun-
cker a. a. O. S. 1 ff.
134) Sächs. Lehen-R. Cap. 14 (bei Schiller 13). „Ein gut mac manches
Herren (vieler: Zobel) sin also, daz es einer von dem andern habe,
doch muz eines die Gewere sin; wer ez so in nucze und in gelde
hat und die zins daruz nimmt, der hat die gewere und deme sal
man darab antworten, ob dar jemand uffe miffethut." — Dies darf
denn allerdings nur von der Gewere bei einem bestimmten Gerichte
verstanden werden, also hier bei dem Lehengerichte; und das Berhält-
niß zwischen den mehreren Herren (oder richtiger: Mannen; vgl. die
Rubrik zum ersten niederdeutschen Text bei Ludovici), welche das
Gut einer von dem andern haben, kann hier keineswegs Lehensver-
hältviß zwischen Eigenthümer und Vasallen sepn. Denn dann

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