Full text: Volume (Bd. 8 (1843))

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Bücherschau von 1842 u. 1843.
Wendung auf einige im 16. Jahrhundert Vorgekommene Civil-
und Criminalfälle. Lübeck, 1843.
entgegentreten, so muß die heutige künstliche, ja nach obigem Motto
mechanische Rechtsanschauung vor dem alten schlichten Rechtsbewußt-
seyn scheu zurücktreten.
Ein besonders häufig bestrittener Gegenstand find die deutschen
Güterverhältnisse: ich meine die eigenthümlichen Rechtsverhält-
nisse an Grund undBoden in Deutschland. Ich habe dieselben
in meinem württembergischen Privatrecht Bd. 1. S. 590. ff. un-
ter dem Begriffe „Sachenrecht" (jura praediorum) zusammengestellt
und gefunden, daß diese vereinte Behandlung nicht blos die Ueber-
sicht, sondern auch die Einsicht in das Wesen jener Verhältnisse sehr
erleichtert. Das gleiche Urtheil ist mir auch von verschiedenen Prac-
tikern zugekommen. Einen Beitrag zur Entwicklungsgeschichte jener
Verhältnisse beabsichtigt
Dr. Ad. Leonhardt zur Lehre von den Rechtsverhältnissen
am Grundeigenthum. Hannover, 1843, bei Hahn.
Die nächste Veranlassung zur Ausarbeitung dieser Schrift gab
ein Rechtsstreit. Eine reformatorische Entscheidung des höhern
Gerichts verwarf Ansichten, welche, wie der Verfasser sagt, in der
Praxis und in dem Volksbewußtseyn bis dahin festgestanden hatten.
(Die Entscheidung selbst liegt nicht vor.) Zugleich bemerkt der Ver-
fasser: „Bei einem bedeutenden Gerichte angestellt, hatte ich man-
nichfache Gelegenheit, die Gestaltung der das Grundeigenthum be-
treffenden Rechtsverhältnisse zu beachten. Die Begriffe, welche ich
von den Universitäten mitgebracht hatte, wollten nicht passen; vieles
erschien mir ein historisches Räthsel, das ich für Zufall nicht halten
möchte. Das so in mir entstehende Gefühl der Unsicherheit mußte
um so drückender sepn, je wichtiger für das Leben die Rechtsver-
hältnisse des Grundeigenthums sind, und mußte mich zur For-
schung treiben, wenn ich Urtheile selbstständig begründen woll-
te, welche ich zu entwerfen hatte." Die 4 Aufsätze, welche die
Schrift enthält, betreffen 1) die gerichtliche Auffassung und die bei
Alienation bürgerlicher Grundstücke vorgeschriebene Anmeldung bei
den städtischen Obrigkeiten der althannoverschen Provinzen; 2) die
Publicität des Pfandrechts nach römischem Recht; 3) die Publi-
cität des Pfandrechts nach der hannoverschen Hypothekenordnung v.
13. Juni 1828; 4) das paetum reservati dominii. Der Verfasser gibt

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