Full text: Volume (Bd. 8 (1843))

34 Brackenhoeft:
wiewohl denn dieses Recht nie auf einem selbstständigen Erwerbe
beruhen, sondern immer nur von dem Rechte eines übertragenden
Auctors abgeleitet seyn kann. Es tritt dann der Fall ein, daß ein
dingliches Recht nicht als solches wirksam ist, wie Oesterreichische
Juristen es ausdrücken, so wenn es noch an der erforderlichen In-
tabulation fehlt 25J. Ist nun der Schutz für das Recht einzig und
allein aus eine Klage gegen den Auctor beschränkt, und sieht man
diese Beschränkung als in dem Wesen des Rechts gegründet an, wie
es z. B. bei der römischen loostio conäuerio rerum der Fall ist, so
wird freilich der Character des Rechts ein persönlicher. Von diesem
Gesichtspunkte aus hat denn auch derjenige, dem ein Immobile über-
tragen, ohne daß er rechte Gewere erlangt hat, nur ein persönliches
Recht auf Gewerung gegen seinen Auctor *»). Allein wenn auch
dieser Gesichtspunkt, nach welchem der Umfang der Wirksamkeit des
Schutzes, für den das Mittel in die eigene Hand des Berechtigten
gelegt ist, das Wesen des Rechts selber characterisirt, der heutigen
den Grundregeln des römischen ju8 mite allerdings entsprechenden
Auffassungsweise gemäß ist; so darf man ihn in die Verhältnisse
des alten deutschen Rechts doch keineswegs hineintragen. Denn
überall, wo hier die Ausübung des Rechts in einem dauernden fac-
tischen Zustande in Beziehung auf einen Körper besteht, beruht der
rechtliche Schutz für dasselbe auf einem besonder» accessorischen Ver-
hältnisse, der rechten Gewere oder der Gewerleistungspflicht eines
Andern 27). Jedes Recht solcher Art ist aber, wenn man es von
seinem Schutzverhältnisse getrennt betrachtet, ein dingliches in der
angegebenen, aber freilich in der heutigen Doctrin nicht geläufigen
Bedeutung. Diese Trennung in der Auffassungsweise ist aber um
so nothwendiger, als im deutschen Rechte sich mancherlei Beziehun-
gen finden, in denen dem Inhaber eines solchen Rechts das Schutz-
verhältniß fehlt und sich bei einem Andern befindet, und ein solcher
Umstand es doch noch nicht rechtfertigen kann, dasselbe als ein For-
derungsverhältniß zu betrachten. Derjenige, dem ein Recht an
Grund und Boden verliehen, der aber nur im Lehen- oder Hofge-
richte, nicht aber im Landgerichte, mit seiner rechten Gewere Schutz

25) Winiwarter, das Oefterr. bürgerl. R. II. §. 17. S. 29.
26) Bgl. m. Aufs, in dieser Zeitschr. HI. H. l. $. 2. Not. 7.
27) S. ebendas. §. l. nach Rot. 5.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer