Full text: Volume (Bd. 8 (1843))

Die Satzung des älkern Rechts.

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ist wiederum nicht zu begreifen, weßhalb verschiedene Grundsätze
beim zinsbaren und beim unverzinslichen Darlehn gelten, der Pfand-
gläubiger in jenem Fall das periculum tragen soll, in diesem nicht,
indem ja die Verpflichtung zur Custodia, so weit sie überhaupt vor-
handen, in den beiden hier angeführten Fällen durchaus dieselbe ist.
Endlich aber scheint mir ganz besonders noch folgender Umstand der
Albrecht'schen Theorie entgegen zu stehen. Ihr zu Folge soll beim
Pfandrecht ein mittlerer Grundsatz eintreten, wornach jeder die Ge-
fahr feines Interesses trägt, daher denn dem Cigenthümer die
Sache, dem Gläubiger seine Schuldforderung verloren gehe. Diese
Folgerung aber kann ich nicht als richtig anerkennen. Machen wir
uns nur klar, worin denn eigentlich das Interesse des Gläubigers
an der ihm pfandweise übergebenen Sache besteht? Lediglich darin,
daß er in ihr eine dingliche Sicherheit für seine Forderung hat.
Geht also die Sache durch Zufall zu Grunde, so kann der Nach-
theil, den der Gläubiger dadurch erleidet, nicht weiter reichen, als
das rechtliche Interesse, das er an dem Fortbestehen der Sache hatte,
mit andern Worten r er kann höchstens bestehen in dem Verlust der
bisher gehabten dinglichen Sicherheit. Wie dieß zu einem gleich-
zeitigen Verlust des ganz unabhängig von der Sache bestehenden
Forderungsrechtes führen soll, scheint mir ganz unbegreiflich. Wäre
es wirklich der Fall, büßte der Pfandgläubiger in der That mit dem
Untergang des Pfandes schlechthin seine Forderung ein, so würde
streng genommen gar keine eigentliche Theilung der Gefahr zwi-
schen Pfandgläubiger und Pfandschuldner, wie Al brecht sie be-
hauptet, vorhanden seyn, der Gläubiger vielmehr allein den Nach-
theil tragen. Gesetzt z. B. A überwiese dem B für eine Schuld
von 100Q sein Haus als Pfand, und das Haus stürzte vor bezahl-
ter Schuld etwa durch ein Erdbeben ein. Nach Albrechts Theorie
würde N hier seine Forderung verlieren. Allerdings büßt A sein
Haus durch denselben Unfall ein; aber würde dieser Nachtheil ihn
nicht auch daun treffen, wenn er das Haus nicht verpfändet hätte?
Was also hätte hier der Akt der Verpfändung für einen Einfluß
aus die Lage des A gehabt, so daß von einer Theilung der Ge-
fahr zwischen ihm und seinen Gläubigern geredet werden könnte?
Im Grunde daher ist es hier der Gläubiger allein, für den aus
der Verpfändung eine einseitige Verbindlichkeit zur praestatto pe-
riculi entspringt, und gleichwohl ist nicht er allein/ sondern eben so

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