Full text: Volume (Bd. 8 (1843))

daß, als Cleopatra einstmals gegen Antonius behauptete, sie könne
rin Mahl für hunderttausend Sestertien anrichten, und Letzterer es
bestritt, sie eine Wette deshalb eingiengen 33), und Plancus zum
Richter (judex sponsionis) ernannt worden sey. Cleopatra gewann
die Wette, indem sie eine von ihrem kostbaren Perlenpaar — um
dessen Erwähnung es dem Plinius allein bei jener Erzählung zu
Ihun ist, weßhalb er auch die Wettsumme nicht weiter angiebt — im
Weine auflöste. Aber auch bei andern Schriftstellern, besonders im
Plautus, wird der Wetten häufig gedacht oder doch darauf hin-
gedeutet. Diese außergerichtlichen Wetten scheinen sich von den ge-
richtlichen bei den Römern dadurch unterschieden zu haben, daß
die Wettsumme, weil ein Vertrag nicht zum besten eines Dritten
geschlossen werden konnte, dem Gewinnenden zufiel, und daß diese
Summe nicht von beiden Seiten gleich zu seyn brauchte34). Nach
dem Vorbild der gerichtlichen Wetten scheint aber zur gewöhnlichen
Form der außergerichtlichen auch gehört zu haben, daß 1) in der
Regel ein Richter ernannt wurde, der dem Einen oder Andern den
Sieg und damit die Wettsumme zuerkannte. Es ist eines solchen
Wettrichters so eben erwähnt worden; der Vorredner zur Casina
des Plautus erzählt dem Publikum, daß in Griechenland, Carthago
und Apulien Hochzeiten von Sclaven oftmals feierlich wie die der
Freien begangen zu werden pflegten, und erbietet sich um einen Topf
Mus mit dem zu wetten, der es nicht glauben wolle; ein Punier,
Grieche oder Apulier möge als Wettrichter bestellt werden 35).

33) Cupiebat discere Antonius sed fieri non posse arbitrabatur. Ergo
sponsionibus factis, postero die, quod judicium agebatur, magnificam
alias coenam etc.
34) Plauti Epidicus V. 2, 35. — Ni ergo matris filia est
In meum nummum, in tuum talentum pignus da.
35) Plauti Casina. Prol. 7i:
At ego ajo hoc fieri in Graecia et Carthagini
Et hic in nostra terra in Apulia
Majoreque opera ibi serviles nuptiae
Quam liberales etiam curari solent
' Id ni fit, mscum pignus, quis volt, dato '
In urnam mulsi. Poenus dum judex siet
Vel Graecus adeo, vel mea causa Apulos.
S. auch Plauti Mostei. III. 1, 20 sqq.

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