Full text: Volume (Bd. 8 (1843))

Real t Gemeinderechte.

171
den Nutzungen der gemeinen, ungetheiltenMark gehabt habe. Eich,
Horn behauptet ,5) ganz bestimmt, daß Waiden, Waldungen und un-
gebautes Land regelmäßig als Pertinenzen eines Mansus Vorkom-
men, und daß bei Veräußerung eines Theils des zu einem Mansut
gehörigen gebauten Landes die Rechte des Mansus bei bim ursprüng-
lichen Hof geblieben seyen. — Welches kann, fragt er S. 183, das
zu einer villa gehörende Gesammteigenthum wohl seyn, als die un-
getheilte Mark und wer die Miteigenthümer, als die Inhaber der
einzelnen Mansi?
§. 6.
Werfen wir nun einen Blick auf den gegenwärtigen Zustand,
so kann es nicht als zweifelhaft erscheinen, daß die Gemeindegerech-
tigkeiten nichts Anderes sind, als Ueberbleibsel der ursprünglichen
Markverfassung und Nutzungen an der unvertheilten gemeinen Mark,
gehörend zu den Häusern und Höfen, an die sich das Gesammtei-
genthum an der alten, unvertheilten Mark noch knüpft. Es giebt
fetzt noch da, wo Gemeindegerechtigkeiten bestehen, wenn nicht über-
all doch gewiß meistens einen doppelten Gemeindeverband, nämlich
eine alte Markgemeinde mit Sammteigenthum und eine politische
Gemeinde neuerer Zeit. Gegenüber von dieser betrachtet ist jene
nur noch eine Privatgemeinschaft, verbunden durch das zu gewissen
Grnndbesitzungen gehörende Gesammteigenthum an der alten, un-
verrheilten gemeinen Mark. Die ideellen Theile an diesem Ge-
sammteigenthum aber, wenn man anders von Theilen reden kann,
und die entsprechenden Nutzungsrechte waren von jeher, und sind
jetzt noch Zugehörungen jener Grundbesitzungen, daher sie mit den
Besitzungen selbst von einem Besitzer auf den andern übergehen.
Diese Höfe waren früher ohne Zweifel der einzige getheilte
Grundbesitz in der Mark, die alten mansi, welchen zusammen das
Eigenthum an der unvertheilten Mark zustand. In späterer Zeit
erlitt das ursprüngliche Verhältniß insoferne eine Aenderung, als
auch Andere, welche sich in der Mark ansiedelten, nach und nach
Besitz an Grund und Boden erhielten, sey es nun, daß Theile der
gemeinen Mark als besonderes Eigenthum an sie abgetreten wur-
den, oder daß die Inhaber einzelner Höfe (mansi) von ihrem Grund-
besitz an sie veräußerten. Dieß konnte allerdings geschehen, es gieng

15) Zeitschrift für geschichtliche Rechtsw. S. 155. 154.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer