Volltext: Band (Bd. 8 (1843))

Landsiedellehen.

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a) auf die in Cramer's Wetzlar'scheu Nebenstunden III. §. 7.
abgedruckten Leihebriefe* *). Jndeß sind diese einmal aus neuerer rö-
misch gebildeter Zeit, nämlich den Jahren 1573, 1601, 1654, 1701
und gehören anderntheils den besonder« Verhältnissen im Burg-
friedberg'schen an, welche Cramer im Gegensätze der Hes-
sischen und Solm'schen Landsiedelleihe behandelt.
b) auf die in seinem Codex Probationum abgedruckten Urkun-
den Nro. 7 und Nro. 165; aber diese beweisen mir gerade, daß
bei der eigentlichen Landsiedelleihe diese Klausel nicht vorge-
kommen ist.
Nach der ersten dieser Urkunden aus dem Jahre 1357 saus
Schanfers im Catzen-Ellenbogischen) werden Güter verliehen an
ein geistliches Institut, und hieraus ergiebt sich klar, daß eine
eigentliche, ein bäuerliches Colonat betreffende Landsiedel-
leihe gar nicht vorlag, sondern ein unter diesem Ausdrucke ver-
schleierter Miethvertrag. Lennep selbst führt uns ja in die Per-
sonalitäten der Land siedelei Tit. V. S. 336 sehr genau ein.
Ebenso enthält die zweite, von dem damaligen Kammer-Präsi-
denten v. Dörnberg Namens der Landgräfin Hedwig Sophie aus-
gestellte, Urkunde, die Bachmühle bei Milsungen betr., aus dem Jahre
1671 (also ohnehin einer später« Zeit angehörig) — offenbar, wie
der Mangel aller, ein Lehenverhältniß bekundenden, Ausdrücke und
die besondere Natur der stipulirten Abgiften beweist, gar keine Land-
siedelleihe, sondern ein wirkliches Pacht (Mieth)-Verhältniß, das,
insofern aus dem Briefe und der vorbchaltenen Einziehung zu eige-
nem Gebrauch erhellt, daß dasselbe für eine längere Dauer einge-
gangen sey, den Namen der Erbpacht verdient, deren Charakter
darin bestehen würde, daß ohne nachweisliches eigenes Bedürfniß
die Pacht nicht gekündigt werden könne. Nach der Verbriefnng
Nro. 166. scheint übrigens dieses Verhältniß kurz darauf 1688 seine
Endschaft erreicht zu haben.

wo sie sich von hierab finden, da schwanken sie, während der übrige
Inhalt des Leihebriefes in der Wort- und Satzstellung fest und un-
veränderlich bleibt, auffallend in ihrer Fassung und Stellung, vergl.
z. B. die in Lennep's Cod. Prob, abgedruckten Urkunden Nro. 94.
107. 26. 91. 95. 95. 99. 88. 92. 89. 87. 90.
*) Lennep a. a. O. Tit. II. 8. 20. Not. 1 S. 155.
Zeitschrift f. deutsches Recht. ». Bd. 9

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