Full text: Volume (Bd. 8 (1843))

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Sternberg:
Hessen, an welchen Oberbesserung stattfinde, eine besonders ge-
eigensch astete Klasse von Bauerngütern bilden, so ist das ein
Jrrthum, der unten seine Berichtigung finden wird.
2. Partikulargesetzgebung.
Ludolfs erwähnt in seinen mehrerwähnten Observationen
observ. 148. not. 7. pag. 154: Landgraf Wilhelm VI. habe in einer
Verordnung vom 20. März 1656 über Land siedelleihe die näm-
lichen Bestimmungen zu treffen beabsichtigt, welche das Solmsische
Landrecht Theil II. Cap. 7. darüber feststelle; er zweifle aber, daß
diese Verordnung jemals in Kraft getreten sey (»6 U8»m provenerit).
Derselben Verordnung gedenkt Kleinschmidt in seiner Samm-
lung der fürstlich hessischen Landesordnungen re. Thl. II. S. 308,
indem er sagt:
„Wird in verschiedenen herrschaftlichen Repofituren ein scrip-
tum aufbehalten, welches sich so an sänget:
Verordnet und gegeben von Landgraff Wilhelm dem 6ten dieses
Namens den 20sten Martii 1656.
Von Landsiedelsleihe und Landsiedels-Necht oder dem
jure colonario.
Die Landfiedelsleihe und deren Recht vergleichen sich fast und
mehrentheils mit der Erbleihe re."
und folgendermaßen endiget:
Item soll ein jeder Ncthgraben mit der Ruthen die Länge gemes-
sen werden und da er lang ist und wohl gemacht, geschützt werden.
Da man bisher weder in dem fürstlich Hessen-Kassel'schen
Hofarchiv davon das Original, noch in dem Negierungsarchiv eine
beglaubigte Abschrift, noch sonstige hinreichende Gründe, woraus die
wirkliche Vollziehung und deren Publikation zu beweisen, gefunden:
So hat man allerdings Bedenken getragen, sie dahier, als eine Ver-
ordnung, mit einzurücken."
So viel steht hiernach fest, daß die Verordnung zur Anwen-
dung nie gekommen ist.
Erst seit die obenerwähnten Entscheidungen der Regierung zu
Marburg bekannt geworden, und dieser Praxis auch andere Gerichte
gefolgt, merkt man in der Gesetzgebung einige Thätigkeir, ohne daß
es jedoch je zu einem entscheidenden Resultate gekommen wäre.

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