Full text: Volume (N.F. Bd. 1, H. 3 (1841))

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XIII. Elvers, über das Recht
Auch die Quellen fließen nicht nur reichlicher nach gro-
/ ßen Regengüssen, sondern verdanken in der Regel.auch dem
! Regen ihre ganze Entstehung, wie daraus erhellt, daß bei
i langanhaltender Dürre die Quellen zu versiegen pflegen. Hier-
j in ist der Grund zu suchen, warum die Westimmungen über
i den Lauf des Regenwaffers analog auch für das fließende
j Quellwasser, insofern dasselbe in nachtheiliger Beziehung
j in Betracht kommt, anzuwenden sind I62); jedoch mit Aus-
j »ahme des warmen Qvellwaffers, bei welchem jener Zusam-
\ menhang mit dem Regenwasser nicht anzunehmen ist, und
daher diesem entgegengesetzt wird 183). .
Darnach ist auch hier das niedriger liegende Grundstück
! verpflichtet, das natürlich fließende Quellwasser des obern
! Grundstücks aufzunehmen; nur daß auch hier der obere Nach-
! bar nichts thun darf, wodurch diese Last für das dienende
'> Grundstück drückender wird. Deshalb darf er nicht ohne Ge-
nehmigung des untern Nachbarn das etwa an verschiedenen
Stellen hervordringende/Qucllwaffer in Einen Bach zusam-
Ancnleiten,. auch nicht dasselbe mit anderweitigen Unreinigkeiten
vermischt dem Nachbar zusenden 184). Dagegen steht es ihm
aber frei, sich seiner Quellen namentlich zu landwirthschaftli-
chen Zwecken, insbesondere zur Bewässerung und Berieselung
seiner Saatfelder und Wiesen zu bedienen, und hierin braucht

182) Ulpianus, lib. 53 ad edict., 1- 3 pr. D. e. t.: Apud
Trebatium relatum est, eum, in cujus fundo aqua oritur,
fullonicas circa fontem instituisse, et ex his aquam in fun-
dum vicini immittere coepisse. Ait ergo, non teneri eum
aquae plnviae arcendae actione. '
183) Idem, 1. 3 cit. §. 1: Idem Trebatius putat, eum,
cui aquae fluentes calidae noceant, aquae pluviae arcendae
cum vicino agere posse; quod verum non est, neque
enim aquae calidae aquae pluviae sunt.
184) Idem, 1.3 cit. pr.: Si tamen aquam conrivat,
vel si spurcam quis immittat, posse eum impediri
plerisque placuit.

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