Full text: Volume (N.F. Bd. 1, H. 3 (1841))

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des Wasserlaufes.
lichen Entwicklung unbeschadet, möglichst einvcrleibt werden.
Indem wir uns auf eine derartige getreue, quellengemäße
Darstellung beschrankten, verzichteten wir darauf, die fast un-
zähligen divergirendcn Ansichten und Controverse» neuerer Ju-
risten einer sofortigen Kritik zu unterwerfen. Erst wenn der
Römische Standpunkt wieder gesichert, und die gesammte Römische
Rechtslehre vom Wafferlaufe in ihrer Eigenthümlichkeit und in
ihrem innern Zusammenhangs nachzuwcisen versucht worden ist,
möchte eine solche Kritik der Auffassungs- und Darstellungs-
Weise der neueren Juristen, angemessen seyn, und zwar ver-
bunden mit der Berücksichtigung der von ihnen mitgetheilten
praktischen Erfahrungen, welche wir uns daher für spätere
Mitteilungen über das Wasserrecht Vorbehalten 2).
Bei der Anordnung der vorliegenden Darstellung ist zwi-
schen der vortheilhaften und nachtheiligen Seite des
Wasserlaufes, sowie, nach dem Borgange t>e§ Palladius 3)
und Varro 4), zwischen den Verhältnissen des im Grundstück
selbst entspringenden Quellwassers, des herzu geleiteten

2) Als Anhang zum gegenwärtigen Aufsatze geben wir zunächst eine
Kritik der neusten seitdem in Deutschland erschienenen Schrift über
den Wasserlauf von Romagnosi, aus dem Jtaliänischen übersetzt
von Herrn Marcus Niebuhr.
3) Palladius, de re rustica, L. li c. 2: Primo igitur eie-
gendi et bene colendi agri ratio qrfatuor rebus constati aere,
aqua, terra, industria* — Naturae est, quod inprimis spe-
ctare oportet, ut eis locis, quae colere destinabis, aer sit
salutaris et clemens, aqua salubris et facilis, vel ibi
nascens, vel adducta, vel imbre collecta, terra
vero foecunda et situ commoda* Cfr. c. 3, de aqua pro-
banda.
4) Varro, de re rustica, L. 1, c. H; Villam aedificandam
potissimum, ut intra septa villae habeat aquam, si non,
quam proxime; primum, quae ibi sit nata, secundum,
quae influat perennis. Si omnino aqua non est viva,
cisternae faciundae sub tectis, et lacus sub dio, ex al-
tero loco, nt homines, ex altero, ut pecus uti possit«
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