Full text: Themis <Göttingen> (N.F. Bd. 1, H. 3 (1841))

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vom Wasserrecht.
Diotti, welcher das Wasser einer Quelle 15 Jtal. Meilen
weit führte, aber freilich über diese Unternehmung zu Grunde
ging. — Der hohe Werth des Wassers hat von selbst auch
zur Aufdeckung der Quellen oder Anlegung der Fontani len
geführt, indem man da, wo sich Quellen zeigen, die Erde
in einer weiten. Strecke auszugraben, und den freien Ausfluß
des Wassers zu befördern sucht. — Im Mailändischen be-
kümmert sich die Regierung beim Wasserverkauf nicht um die
Größe des damit zu bewässernden Landes, und um das fernere
Schicksal des benutzten Wassers. In dem ehemaligen Herzoge
thume Mantua'hingegen besteht noch immer die alte Be-
schränkung, daßr.man mit dem von der Regierung erkauften
Wasser nur eine bestimmte Oberfläche bewässern und über den
Abfluß nicht selbst disponiren darf, indem die Regierung die-
sen selbst wieder verkaufen will, und dadurch eine Menge von
Processen wegen zu wenig erhaltenen Wassers, wegen nicht
gehörig bewirkten Abflusses, u. f. w. herbeiführt. — In dem
ehemaligen Veneti anischen Staate ist zwar ebenfalls
der Grundsatz aufgestellt, daß die Regierung über alle Ge-
wässer zu verfügen habe; allein die Ausleitung des Wassers
ist dort weit größeren Hindernissen unterworfen, welchem Um-
stande es wahrscheinlich zuzuschreiben ist, daß man daselbst
im Verhältnisse zu Piemont und dem Mailändischen
nur wenige Bewässerungen antrifft.
Zn Beziehung auf unsere Deutschen Zustände äußert
Burger (Th. 2, S. 61) sich übrigens dahin: »Der Mangel
eines den Ackerbau schützenden GesetzCoder ist die Ursache, daß
man in Deutschland die Bewässerung fast ganz vernachlässigt
sieht; daß die Wiesen in trocknen Sommern in der Nähe von
Bächen und Flüssen, ja selbst, wenn das Wasser mitten durch-
fließt, verdorren, weil man kein Wasser aus denselben neh-
men kann, ohne sich einen Schwarm von Müllern über den
Hals zu ziehen, oder sich von den Flußangranzern vor Gericht
geladen zu sehen, um Sicherheit zu stellen für all den Scha-
den, der möglicher Weise aus einer solchen Bewäfferungsan-

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