Full text: Volume (N.F. Bd. 1, H. 3 (1841))

604 XIV. Elvers, über Romagnosi's Schriften
chen Streitigkeiten zwischen den Wiesen- und Mühlenbesitzern,
was im I. 1473 eine Erneuerung der altern Bestimmung
der Mailandischen Statuten vom I. 1396 über das Recht der
freien Wasserdurchführung gegen Entschädigung zur Folge hatte,
welches Recht seitdem ununterbrochen zur Anwendung gekom-
men, und selbst von der Kirche in Betreff ihrer Ländereien
förmlich anerkannt worden ist. Zwar erwähnt ein Dekret der
erzbischöflichen Curie vom 21. August 1572,' daß den Laien,
welche die.Ableitung des Wassers über die Grundstücke der
Kirche verlangten, solches von den Geistlichen oft verweigert
worden sey. Allein »in Erwägung, daß es sich hier nicht
vom Schaden der Kirche und ihrer Diener, sondern vom evi-
denten Nutzen handle, indem die Geistlichen von den Eigen-
thümern der durch die Aecker der Kirche fließenden Gewässer
leicht die Erlaubniß erhielten , jene Aecker mit zu bewässern,
und das für die Wasserleitung erforderliche Land nur gegen
vollen Ersatz abgetreten werde«; wird im genannten Decrete
das Recht der Wasserleitung über die Ländereien der Kirchen,
auf gleiche Weise, wie über die übrigen Ländereien, Jeder-
mann ausdrücklich zugesichert; und dabei zugleich bestimmt,
daß das aus dem abgetretenen Lande gelöste Geld nur zum
Ankauf neuer Grundstücke, oder zur Wiederherstellung der
Kirchen und ihrer Güter, oder zur Anschaffung von heiligen
Gefäßen und KirchenOrnamenten verwendet werden solle. —
Aus dieser kirchlichen Anerkennung jenes Rechtes der freien
Wasserdurchführung erhellt wohl vor allem, wie tief dieses
Institut in den LocalVerhältniffen und Rechtsanflchten der
Lombardei begründet sey.
Die übrigen von Hrn. v. Rumohr mitgetheiltcn Urkun-
den in Lateinischer oder AltJtaliänischer Sprache betreffen mei-
stens die Rechtsverhältnisse der einzelnen größer» Canäle, na-
mentlich des Canals von Pavia, des Canals di Trepiglio
(Fosso Bergamaseo), hes Canals Della Martesana,
und des Canals Pallavjcini, Herr von Rumohr hat
für diese urkundlichen Mittheilungen die gerechtesten Ansprüche

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer