Full text: Volume (N.F. Bd. 1, H. 3 (1841))

586 XIV. Elvers, über Romagnosi's Schriften
Verträge an, welche meistens einen administrativen Charakter
hatten. Bon besonderer Wichtigkeit war der im I. 1752 zwi-
schen der Kaiserin Maria Theresia und der Republik Ve-
nedig geschloffne Tractat von Lstiglia über Regulirung
der Benutzung des Wassers des" Tartaro und anderer Flüsse,
dem 1753 zu Roveredo einige Declarationen hinzugefügt
wurden, und dem am 10. Nov. 1764 ein feierlicher Staats-
vertrag folgte, in welchem die Berechtigungen aller Privat-
personen anerkannt und regulirt, und ein allgemeines unwan-
delbares Berfahren bei Einrichtung der Mündungen ausgestellt
wurde. Die damals festgestellte Art der Messung und Con-
struction der Mündungen ist noch heutzutage in den Provinzen
Mantua und Berona üblich. Da jedoch die beiden Ge-
biete, für welche jener s. g. Tractat von Lstiglia ge-
schlossen wurde, unter Einer Herrschaft vereinigt worden sind,
so hat derselbe dadurch seine formelle Geltung verloren. Auf
gleiche Weise sind durch die Bereinigung verschiedener Staats-
gebiete auch die Staatsverträge über die Gewässer des Cre-
masker, Brescianer und Veroneser Gebiets weggefallen. Mit
der Einführung des Code Napoleon, und später des Oestrei-
chischen Gesetzbuches sind die früher» Statuten, Reglements
und Gewohnheiten aufgehoben worden, und nur die vertrags-
mäßigen PrivatRechte unangefochten geblieben. Namentlich
sind in Folge der Französischen Gesetzgebung auch die Rechte
des Fiscus und der Lehnsherrn an PrivatGewässern zu Gunsten
der Besitzer weggefallen. Bon besonderer Wichtigkeit für das
heutige Lombardisch - Benetianische Königreich ist aber die Fra-
ge, ob durch das Lestreichische Gesetzbuch, welches seit dem
I. Januar 1816 im Uebrigen als alleinige RechtsNorm gilt,
zwei wichtige Reglements aus der Zeit der Französischen Herr-
schaft aufgehoben, oder als noch geltend zu betrachten sind,
nämlich der Art. 52 — 54 des Reglements vom 20. April
1804 und das Reglement vom 20. Mai 1806. Letzteres,
welches jenes bestätigt, enthält nämlich Ergänzungen zum
Code civil, besonders in Betreff der Bewässerung durch künst-

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