Full text: Volume (N.F. Bd. 1, H. 3 (1841))

580 XIV. Elvers, über Romagnosi's Schriften
spende ist der mittlere Wasferstand zu beachten, der
in die Zeit zwischen dem Frühlings- und HerbstAcquinoetium,
namentlich in Italien in die Monate Mai und Juni fällt.
Würde ein ungewöhnlich hoher Wafferstand als Grundlage an-
genommen , so würden die Zuflüsse am Anfänge des Haupt-
Canals leicht bei ni'cdrigcrm Wafferstande die ganze Wasser-
maffe erschöpfen und die letzten Zuflußberechtigten leer ausge-
hen. -- Uebrigcns macht namentlich die verschiedene Beschaf-
fenheit des Bodengefälles oft eine Verschiedenheit der Mün-
dungen nothwendig, wie denn überhaupt alle Arten von Mün-
dungen zulässig sind, welche dem Zweck einer richtigen Wasser-
messung entsprechen. Die Einrichtung der Mündung ist ganz
nach dem Vertrage zu beurtheilon, und sind darnach die hab-
süchtigen Spendenverkäufer abzuweisen, welche Veränderungen
der vertragsmäßigen Mündungen verlangen, unter dem Vor-
wände, daß fle mehr Wasser ausließen, als ausbedungen
worden, ohne behaupten zu können, daß der Käufer sie ver-
ändert habe. (S. 182—186). (Dieser Satz entspricht voll,
kommen dem richtigen von uns oben ausgeführten Principe,
keineswegeß aber der Ansicht Nomagnosi's von der Waa-
renNatur des Wassers).
19. Bei allen Wasserleitungen ist die Möglichkeit der
Entladung zu berücksichtigen. Wäre Jemand genölhigt,
in seinem Grundstück einen Theil des zugeleiteten Wassers zu
behalten, so würde es für ihn besser seyn, gar keine Wasser-
leitung angelegt zu haben. Die Entladung kann geschehen
durch Durchschneidung eigner Grundstücke, die an einen Fluß,
See, oder an einen ähnlichen gemeinsamen Abzug stoßen, oder
durch Durchschneidung eines fremden Grundstücks. Der Ei-
gcnthümer des tiefer liegenden Grundstücks kann natürlich nicht
gezwungen werden, künstlich zugeleitetes Wasser aufzuneh-
men. Dasselbe gilt von demjenigen Wasser, welches der Ei-
genthümer des ober» Grundstücks in demselben aufgegraben
hat. Cs bedarf daher in beiden Fällen der obere Grundel,
genthümcr einer Servitut gegen das niedere Grundstück; es

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