Full text: Volume (N.F. Bd. 1, H. 3 (1841))

564 XIV. ElverS, über Romagnosi's Schriften
gedenken genossen, und dadurch eine QuasiServitut der Was-
serleitung erworben ■ haben. Dieses wird namentlich in Betreff
der Mühlen, Rieselungen und ähnlicher Anlagen wichtig, de-
nen die obern Nachbarn das erforderliche Wasser nicht entziehen
dürfen, wenn die untern durch die Vetustas im Besitz eines
gewissen Wasserstandes geschützt sind. Jedoch kann auch hier
eine förmliche ServitutenBestellung cintreten, so daß die obern
Nachbarn sich gegen einen untern dahin verpflichten, in Be-
treff des über ihr Grundstück fließenden Baches oder Negen-
waffers nichts unternehmen zu wollen, wodurch der Wasser-
stand zum Nachtheil des untern Nachbarn beeinträchtigt werden
würde. —■ Ohne eine derartige wirkliche oder QuasiServitut,
oder eine entsprechende persönliche Verpflichtung laßt sich der
Vortheil des höher» Wafferstandes für den untern Nachbar und
seine Anstalten nicht sichern, da er im Fall der Entziehung der
erwarteten gewöhnlichen Wassermaffe nur über ein Lucrnra
cessans, nicht über ein s. g. Damnum emergens sich beschwe-
ren könnte, ein besonderes Gesetz aber zu Gunsten der untern
Nackbarn im gemeinen Rechte fehlt und durch bloße schöne
Redensarten sich nickt ersetzen laßt; dieß gilt um so mehr, als
auch vom Standpunkt der natürlichen Billigkeit aus sich nicht
einschen laßt, warum der höher liegende Nachbar nicht so gut,
als der untere, gewisse Vortheile vom Wasserlauf genießen
solle, wie z. B. in Betreff der Berieselung, oder der Müh-
lenanlagen, selbst wenn daraus den durch Verjährung, Servi-
tuten oder Verträge nicht geschützten Anlagen des untern Nach-
barn Nachtheile erwachsen, die sich aber immer nur auf Ent-
ziehung von Vortheilen zurückführen lassen, hinsichtlich deren
die natürliche Regel gilt, daß Jeder sich selbst der Nächste
scy- -
Eine andere durch das ganze Werk des Nomagnosi
durchgehende irrige Ansicht ist, daß das in Wasserleitungen
abzuführcnde Wasser eine gewöhnliche Waare und daher ein
Gegenstand von KaufContracten sey. Allerdings ist diese
Ansicht zulässig, insofern es sich vom stehenden Wasser in

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