Full text: Volume (N.F. Bd. 1, H. 3 (1841))

536 XIII. Elvers, über das Recht
keinesweges die Bcfugniß zusteht, den natürlichen Wasserweg
zu seinen Gunsten zu verbessern, einerlei ob dem untern
Nachbar daraus ein Nachtheil erwachst, oder nicht. Gesetzt
z. 33. daß der Obere fein Schnee- und Negenwasser 'leichter
und früher los würde, wenn der Untere ihm einige kleine
Aenderungen, z. 23. Durchstechung und Wegräumung einiger
Hügel gestattete, solches auch für den Untern keinen weitern
Nachtheil zur Folge hatte; so ist er doch nicht verpflichtet, in
dergleichen Veränderungen des natürlichen Wasserweges zu
willigen; so wenig wie er in den Fällen, wo überall kein
Abfluß statt findet, schuldig ist, s. g. Borfluth zu schaf-
fen. Vollends kann aber von keiner derartigen Wicht in den
Fallen die Rede seyn, wo die gegenwärtige Form seines
Grundstücks ihm besondere Sicherheit gegen die Nachtheile der
Strömung, oder eigcnthümliche Nachtheile anderer Art, wenn
auch in 33eziehung auf das fragliche Wasser selbst, gewährt.
Im letztem Fall kann jedoch insofern allenfalls ein indirecter
Zwang eintreten, als der obere Eigenthümer dem unteren die
gänzliche Entziehung des Wassers androhen kann, sobald er
auf einem andern Wege sich einen Abfluß durch Vertrag, oder
Servitut zu eröffnen, im Stande ist. —
Noch ist der Reinigung der Bache und Privatflüsse,
als der natürlichen Hauptwasserwege, zu gedenken. So lange
ein Bach oder Fluß auf unserm Grund und Boden fließt,
gilt hier dasselbe, was vom natürlich fließenden Regenwasser.
Wir sind durch die, Dritten drohende Gefahr zu keiner positi-
ven Thätigkcit in ihrem Interesse,' also auch nicht zur Reini-
gung des Baches oder Flusses verpflichtet. Da jedoch die
weiter unten bclegenen Anwohner des Waches oder Flusses
schuldig sind, das ihnen natürlich zufließende Wasser des Ba-
ches oder Flusses aufzunchmen, so sind wir auch verpflichtet,
ihnen diese uns abgenommcne Last dadurch zu erleichtern, daß
wir die ihnen nützliche, uns nicht schädliche Reinigung des
Baches oder Flusses auf unserm Boden ihnen gestatten. Ist
es ein natürlicher Grenzbach, so kann der Nachbar ebenfalls

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