Full text: Volume (N.F. Bd. 1, H. 3 (1841))

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des Wasserlaufes.
stück von allem stehenden Wasser befreit worden ist, die Mög-
lichkeit neuer Ansammlung von Schnee und Regenwaffer nahe
liegt, und deshalb auch hier, wie bei der Servitus stillicidii
recipiendi, in dem Negenhimmel selbst die Causa perpetua
liegt. Jedoch wird die Servitut für diesen Fall im Ganzen
die Bedeutung einer Servitus fluminis recipiendi
erhalten, welche daher sowohl bei ländlichen, als städtischen
Grundstücken Vorkommen kann.
Sind dagegen alte Graben und Canäle vorhanden, durch
welche ein Grundstück seither, scy es seinen Seen und Tei-
chen , oder dem zufällig gesammelten Schnee- und Regenwaffer
den Abzug verschafft hat, so versteht es sich von selbst, daß
ihm diese Wege' auch für die Zukunft nicht gesperrt werden
dürfen, und daß es inBetreffderselbenQuasiServitutGerechtigkei-
ten in Anspruch nehmen kann, welche als solche mit der utilis
acti« confessoria, außerdem aber auch mit dem Interdictum
Ouod vi aut clam, so wie, insoweit hier eine Störung des
Laufes des Regenwassers vorliegt/ mit der utilis aquae plu-
viae arcendae actio zu schützen sind 23«),
Stehen große, unter öffentlicher Auctorität geführte Ab-
wäfferungsCanäle in Frage, so tritt die Analogie der öffentli-
chen Aquäducte ein, so daß der Einzelne das Jus aquam edu-
cendi auch hier vom Princeps entweder für seine Person,
oder für sein Grundstück erwirbt. Auch findet hier analog
derselbe JntcrdictenSchutz statt. Dagegen kann auch wegen
solcher Werke und der dadurch herbcigeführtcn Störung im
natürlichen Laufe des Regenwassers von dem Bethciligten die
gewöhnliche Actio aquae pluviae arcendae nicht angcstellt
werden; sondern es würde auch hier theils die Actio legiti-
ma auf eine Cautio damni infecti, theils das Interdictum
Ne quis in loco publico fiat, begründet seyn; welches

23-1) UlpianuS, lib. 53 ad edict., 1. 1, §. 23 D. 39, 3, Patt-
lus, lib. 43 ad edict., 1. 2. §. 5 D. e. t.

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