Full text: Volume (Bd. 15 (1855))

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Köstlln:
Durchführung der Klage verbürgen muß, in dem betreffenden Fall
(der Fahung eines schädlichen Mannes, besonders eines Diebs)
nur für den Fall der Tergiversation vorgeschriebenm). Gleichwohl
ist im Uebrigen sehr häufig von mannigfachen Nachtheilen der
Sachfälligkeit die Rede, ohne daß ausdrücklich mala 6668 oder
gar animus calumniandi bei der Klage vorausgesetzt wäre. Nament-
lich sott, wer mit der Anklage auf Bruch eines gelobten Friedens
nicht durchdringt, die Strafe der Talion leiden,13); die Frau,
welche wegen Nothzucht klagt und sich nicht zu kämpfen traut, soll
dem Gericht verfallen sein mit Leib und Gut (den Leib mit dem
Gute zu lösen) *"); jeder, welcher wegen Injurien klagt und nicht
durchdringt, ist der Talion verfallen"3). Wer dagegen mit der
Klage wegen Schlagens und Nausens sachfällig wird, hat nur
dem Beklagten seinen Schaden (waz er des rechten schaden geno-
men hah) $u ersetzen (und dem Richter die Hälfte "0). Wer mit der
Klage um Heimsuchung nicht durchdringt, ist halb so viel an Buße
und Wette schuldig, als der Beklagte schuldig geworden wäre*").
Ebenso wer den Andern ohne Grund beschuldigt, daß er ihm an
den Eid gesprochen habe"^). Zwar ist nun in den beiden letzten
Fällen eine frivole Beschuldigung vorauszusetzen, da wenigstens in
dem einen derselben (Art. 22) ausdrücklich der Ausdruck gebraucht ist:
darumh daz er in an gemuotwilt hat.
Auch wird man bei der Klage wegen Friedbruchs und Noth-

112) Art. 46. 47. vgl. Freising. Stadtr. eb. 170 (j. Bair. Landr.
Art. 41) 172.
113) Art. 51. Verlust der Hand und der fahrenden Habe. Fr ei sing.
Stadtr. S. 173. 174.
114) Art. 57. Freising. Stadtr. S. 175 oben.
115) Art. 60-62. Freising. Stadtr. S. 175. 176. Auffallend ist
Art. 63 j. 62 (im Fr eis. Stadtr. ebenso). Sollte hier falsches Zeug-
niß vorausgesetzt sein arg. Art. 329 (Freis. Stadtr. S. 230. 232)?
Nach dem Stadtr. S. 176 liegt nur einfacher Bruch am Zeugniß vor
(S. 230).
116) Art. 171. 172. das Freis. Stadtr. schweigt hier.
117) Art. 180. 181. Freis. Stadtr. schweigt.
118) Art. 22. Das Freising. Stadtr. (S. 166) hat hier nur Wette
von 10 Sch. wegen Bruchs am Zeugniß.

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