Full text: Volume (Bd. 15 (1855))

234

Aösttin:
Ebenso wenn man vor Gericht Jemanden Hurensohn oder Lügen
heißt, daß es der Vogt und der Rath und die Dingleute hören;
dat schal he beteren deme rade to der stad köre mit dreen
marken sulvers, wente it uppe deme markedeis ge-
sehen , unde .... 352).
Ebenso das Lübische Recht 353j. Deßgleichen die Augsb. Stat.
in der neueren Rezension, welche ausserdem der exceptio veritatis
Eingang verschafft hat, bei Beschuldigungen vor Rath oder Gericht
aber nichts davon erwähnt7"). Der Saarbrücker Freiheitsbrief
1321 sagt:
wer den andern schulde morder, diep, felsclier, meyneyder
oder das solichen reden glichen mocht, das yemandts ere
rurte, geschee das vor gerichte, uff eyme markete,
uff jaremessen, oder da vil lüde weren, ....
so soll sofort Strafe eintreten 355). Die Öffnung von Burgau
1469 hat dasselbe Motiv wie die Augsb. Stat.,
darumb das nieman dem andern unzucht erbüt vor
gericht 35e).
Dieselbe Bestimmung haben die Nordhäus. Stat. 357), wie sie
denn ungemein oft angetroffen wird, auch ohne in der hier fragli-
chen Beziehung als Ausnahme zu erscheinen 333).
Eine andre Rücksicht ist die auf die Person des Geschmähten.
So wird die Einrede häufig nicht erwähnt, wenn die Verletzung
einer obrigkeitlichen Person, namentlich in Beziehung auf ihre Amts-
handlungen, besonders aus Rache wegen dieser zugefügt wird.
Missehandilt ein burger einen Ratmann oder einen der
an dem rate geweset ist, mit Worten umbe daz, daz he eme
352) 1270. IX. 1, 1. 1292. M. 1, 1. 1497. M. 8, 1.
353) C. Brok. III. 394.
354) Art. 425. 426 bei Walch IV. 414. 415. Rubrik: dass zucht und fried
an dem rath und gericht sei.
355) bei Grimm II. 5. vgl. hiemit die Bestimmung der Nürnberg. Ref.
1483 Tit. 3 Ges. 6.
356) bei Grimm 1. 195. vgl. Ost fries. Landr. III. 98.
357) bei Förstemanu III. 1. S. 56 Art. 97. IR. 2. S. 17 Art. 83.
358) s. z. B. die oben angef. Stat. von Saalfeld, das Stadtr. v. Dies-
seuhofen, von Lüneburg u. s. f. vgl. Stadtr. von Arnstadt
Art. 133 (Michelsen S. 74).

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