Full text: Volume (Bd. 15 (1855))

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Reyscher:
an; manche freilich auch, wenigstens zugleich, dem Kanton Neckar-
Schwarzwald. Einige wenige können allenfalls zum schwäbischen
Kanton Donau und zum fränkischen Ritterkreise gezählt werden;
doch ist es nicht unwahrscheinlich, daß dieselben zugleich im Kanton
Kocher begütert waren —bei der Donau'schen Familie v. Melden
ist dieß gewiß. Ebenso läßt sich bei den Mitgliedern vom Neckar-
Schwarzwald großentheils eine gleichzeitige Betheiligung bei dem
Kanton Kocher Nachweisen, und wo diese auch nicht sogleich aus
den ritterschaftlichen Repertorien hervortritt, ist damit doch nicht
ausgeschlossen, daß bei näherer Nachforschung eine vorübergehende,
gleichzeitige Ansäßigkeit (durch Heirath, Kauf u. s. w.) in beiden
Kantonen sich ergeben würde. Von den Kantonen Hegau, Kraich-
gau und von der rheinischen Ritterschaft finde ich keine Namen;
wohl aber deuten die leergebliebenen Blätter hinter den 45 Unter-
schriften darauf hin, daß auf den Beitritt weiterer Mitglieder ge-
rechnet wurde. Ein gemeines Insiegel von irgend einem Kanton,
welches den Schluß der Urkunde erwarten läßt, ist nicht beigefügt,
sondern sedes Mitglied druckte blos sein Privatsiegel ab. Ebenso-
wenig wird sich auf eine Vollmacht dieses oder jenes Kantons oder
Kreises (was aber auch sonst Ln Correspondenzrezessen gewöhnlich
nicht geschieht) bezogen.
Schon diese äußeren Wahrnehmungen an der Urkunde selbst
weisen darauf hin, daß wir in dem sogenannten Geißlinger Statut
keine fertige Satzung der gesammten Reichsritterschaft, wofür man
dasselbe sonst gehalten hat, und wofür sich die Urkunde in ihrem Ein-
gang und Schluß ausgibt, zu suchen haben, sondern nur die Grundlage
oder den Entwurf zu einem solchen Statut, welchem vorerst die in
Geißlingen versammelten Mitglieder aus dem Kanton Kocher unter
dem Vortritt ihres Direktors, Freiherrn Georg Friedrich v. Holtz,
ihre Unterschrift und bis auf eines, welches dieß wohl nur ver-
gessen, auch ihre Ring-Pettschaften beigefügt haben. Hätten wir
es mit einem Correspondenz-Reeeß der 3 Kreise, wie ein älteres
Rubrum die Urkunde bezeichnet, zu thun, oder mit einem Ktatuwm
der gesammten Reichsritterschaft, wie sie in den Drucken titulirt
wird, so würde auch die Ritterschaft zu Franken und am Rhein,
wenigstens durch ihre Direktorial-Personen ihren Beitritt erklärt
haben. Ich finde aber kaum 2 Namen, welche nicht mit Entschie-
denheit der schwäbischen Ritterschaft beizuzählen wären, und jene

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