Full text: Volume (N.F. Bd. 1, H. 2 (1840))

397

oder praescriptis verbis.
den Filius naturalis zu manumlttiren; nur daß der Man-
dant verpflichtet ist, den Werth des Servus zu ersetzen.
Statt dessen kann aber durch einen Nebenvertrag verabredet
werden, daß der Mandant auch seiner Seils den natürlichen
Sohn des Andern mannmittiren solle. Wenn beide von
gleichem Wcrthe sind, so ließe sich gegen eine solche Verabre-
dung auch vom strengwiffenschaftlichen Gesichtspunkte aus nichts
erinnern. Wenn jedoch — was regelmäßig eintreten wird —
eine Werthverschiedenbeit vorhanden ist, so könnten auch hier
vom Standpunkte des Mandates aus Schwierigkeiten erhoben
werden, und daher erscheint es auch hier angemessener, wenn
derjenige, welcher seiner Seils erfüllt hat, gegen den An-
dern mit der Actio praescriptis verbis auftritt.
Allein da diese Klage nur aufs Interesse ging, so konnte
die Freilassung des Sohnes dadurch nicht erzwungen -werden;
auch ließ sich als Interesse in der Regel nur der Verlust des
Sclaven durch die erfolgte Manumission, und daher der Werth
desselben geltend machen, wobei jedoch der nicht auf Geld zu
schätzende Vortheil, einen Freigelassenen gewonnen zu haben,
nicht in Abrechnung kam. Somit vertrat hier die Actio
praescriptis verbis gleichsam die Stelle der an sich hier un-
zulässigen Condictio, indem, wenn auch nicht der ma-
numittirte Servus selbst, so dock dessen Werth zurückerlangt
werden konnte >5S). —
Fragen wir nun aber, was die Römischen Rechtsgelehr-
ten berechtigen konnte, in derartigen Fallen statt der Man-

155) Nur wenn ein Fall des do, ut facias Vorgelegen hätte,
würde mit der Actio praescriptis verbis auch hier die Condictio
concurriren; wie Papinianus, lib. 2 quaestionum, 1. 7 D.
19,5, bemerkt: > 8 i tibi decem dedero, ut Stichum
manumittas, et cessaverit, confestim agam praescriptis
verbis, ut solvas, quanti mea interest; aut, si
nihil interest, condicam libi, ut decem reddas.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer