Full text: Themis <Göttingen> (N.F. Bd. 1, H. 2 (1840))

392 XII. Elvers, über die.Actio io factum civilis
sondere Actio praescriptis verbis geholfen, und
den Nebenverabredungen Klagbarkeit verschafft
werden konnte.
Es fragt sich nun aber, ob außer der seither besproche-
nen Ausnahme von der Regel, daß das bloße Facere keine
civilrechtlkche Klagbarkeit zu begründen vermöge, sich nicht
noch eine anderweitige Ausnahme Nachweisen lasse? — Daß
die Leistung von Operae illiberales unter den Gesichts-
punkt des Dare falle, haben wir oben ausführlich bemerkt.
Wie aber verhält es sich mit den Operae liberales?
Offenbar beziehen diese sich so auf das Mandatum, wie
die Operae illiberales auf die Locatio conductio;
nur daß auch letztere Gegenstand des Mandates feyn können,
wenn sie gratis übernommen werden; weshalb Gajus in
der mehrfach angeführten Stelle (lib. 10 ad edictum pro-
vinciale 144) bemerkt:
Si tibi polienda sarciendave vestimenta dederim,
si quidem gratis hanc operam te susci-
piente, mandati est obligatio; si vero
, mercede data aut constituta, locationis condu-
ctionisque negotium geritur.
So wie nun statt der Locatio conductio ein incertus con-
tractus eintrat, sobald die wesentliche Bestimmung der Mer-
ces nicht sofort erfolgt war; so liegt es nahe, statt Hes
Mandatum ebenfalls einen incertus contractus zu statuiren,
wenn dasjenige, was das Wesen des Mandatum bildete,
nämlich das Gratuitum 145) vermißt wurde. Freilich hob

144) L. 22 D. 19, 5.
145) Ulpianus, lib. 30 ad Sabinum, I. 13 pr. D. 19, 5:
Mandata gratuita esse debent. Paulus, lib. 32 ad
edictum, 1. 1, §. 4 D, 17, 1, Mandati vel contra:
Mandatum, nisi gratuitum, nullum est; nam originem
ex officio atque amicitia trahit; contrarium ergo

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