Full text: Volume (N.F. Bd. 1, H. 2 (1840))

375

oder praescriptis verbis.
auch unabhängig von der Hingabe von Sachen schon in jeder
Uebergabe eines Opus ein Dare erblickt wurde, geht nicht
nur aus jener Analogie der auf rin solches Dare hinweisenden
Locatio conductio operis, sondern auch aus der Auffassung
der auf die Opera sich wesentlich beziehenden Operae il-
liberales hervor. Indem diese nämlich zunächst an die
zur Arbeit übergebenen Servi erinnerten, demnächst
aber auch in Beziehung auf Freie in gleicher Weise aufge-
faßt wurden, ward die Leistung derselben in Betreff der
Causa der JnnominatContracte, oder in rechtlicher Bezie-
hung nicht als ein bloßes Facere, sondern ebenfalls als
ein Dar« im weitern Sinne betrachtet; obgleich in facti-
sch er Beziehung allerdings ein Facere vorlag; weshalb auch
solche Operae illiberales als »Facta, <juae locari so-
lent«, bezeichnet und Vereinbarungen, z. B. »ut ta-
bulam pingas, pecunia data«, auf den Fall des Do,
ut facias, von Paulus lib. 5 quaestionum 103), bezo-
gen wurden. Wo es sich dagegen um die Causa, und
daher tun den rechtlichen Charakter der ersten Leistung
handelte, da wurde auch die Leistung solcher Operae illibe-
rales, z. B. der fabriles, aufs Dare bezogen, und
deshalb die Verabredung wechselseitiger Leistungen dieser Art
nach Änalogie der Permutatio aufgefaßt; wie denn auch
die Ausbildung der Locatio conductio operarum neben
der L. c. rei auf einer solchen Gleichstellung der Operae
mit der Res hinsichtlich der Uebergabe oder Datio im weitern
Sinne beruht. Daher schreibt Marcianus lib. 3 regu-
larum
Si operas fabriles quis servi, vice mutua,
dedisset, ut .totidem reciperet, posse

108) L. 5, §. 2 v. 19, 5.
109) L. 25 D. 19, 5.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer