Full text: Volume (N.F. Bd. 1, H. 2 (1840))

oder praescriptis verbis 357
de aestimato propom'rt habe. Offenbar fand hier-zu-
nächst eine große Aehnlichkeit mit der Res in perpetuum lo-
cata infoferne statt, als auch hier die Alten zweifelhaft wa-
ren, ob eine Emtio venditio, oder Locatio conductio
begründet fey, bis bekanntlich Imp. Zeno für den Empliy-
teuseos contractus eine »propriai conceptio et definitio«
statuirte 67). Der Unterschied zwischen beiden Fällen ist aber
der, daß für den Emphyteutconlract später Jure civili eine
neue Bezeichnung und damit eine neue vulgaris civilis actio
entstand, so daß von einer Actio incerti praescriptis ver-
bis nicht mehr die Rede seyn konnte; wogegen im Fall der
Res aestimata vendenda nur der Prator eine besondere
Actio de aestimato prvponirte, welche jedoch wegen des
zum Grunde liegenden Negotium civile eine Actio civilis
war, wegen des mangelnden civile nomen aber, der ei-
genthümlichen Bezeichnung im prätorischen Edicte ungeachtet,
der Praescriptio nicht entbehren konnte, oder eine prae-
scriptis verbis actio war.— An diesen Hauptfall,
in welchem der Prätor zuerst, zur Vermeidung der Streitig-
keiten über den rechten Namen der Klage, den Ausweg einer
praescriptis verbis actio angedeutet hatte, schlossen sich von
selbst alle übrigen Fälle an, wo man in der Wahl zwischen
verschiedenen VulgärKlagen ungewiß war, oder wo man das
- zum Grunde liegende Rechtsverhältniß überall nicht zy • benen-
nen wußte. Da der Prätor in seinem Edicte ausdrücklich
nur des Falles der Res aestimata gedacht hatte, so ist eS
begreiflich, wie jeder Kläger, welcher in einem ähnlichen

67) L. 1 C. 4, 66, de jure emphyteutico; §.3 I. 3, 24,
de locatione et conductione; Gajus 3, 146. Dieser
bemerkt jedoch vom Rechte seiner Zeit: »sed magis placuit, loca-
tionem conductionemque esse,« worin das Ueberwiegende der
weiter unten bemerklich zu machenden Sabinianischen Anficht'uns
entgegen tritt.

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