Full text: Volume (N.F. Bd. 1, H. 2 (1840))

legatorum. v 327
aber dennoch geschehen, so hat die Ademtion soviel Kraft, als
die Dation, d. h. beide gelten nicht (ademtio nulla est)
oder mit a. W. sie hat schon deshalb Bedeutsamkeit (ademti»
valet), weil die Station ungültig ist. Aas diese Weise hat
Ulpian erst den einen Theil der obigen Frage beantwortet.
In dieser lag aber auch zugleich, wie cs sich mit dem Falle
verhalten würde, wenn die Dation in dem angeführten Bei-
spiele gültig gewesen wäre? Die Antwort auf diese mußte
Ulpian unbedingt auch geben, um von sich den Tadel der Un-
genauigkeit abzuwende». Dieses hat er denn auch getban und
die Beantwortung durch die Partikel autem angedcutet, sonst
hätte que genügt und war allein richtig. Es liegt mithin
darin, selbst in dem Falle, daß die Legate gültig waren, wür-
de die Ademtion sich wirksam erweisen, wenn auch nur dafür
Einer und noch ohne nähere Bezeichnung angegeben wäre;
der Verlust des Legats würde Beide treffen. Dieses ist aber
alsdann nur bei einem legatum pluribus conjunctim reli-
ctum, wie ich nachgewiesen zu haben glaube, möglich. Die
Worte ademtionem autem in utrumque valere, welche
einen recht guten Sinn geben und gar keiner Aenderung be-
dürfen, heißen nur nicht, wie man bisher angenommen hat,
die Ademtion gilt gegen beide Legatare, sondern die Adem-
tion gilt, wenn conjunctim legirt ist, in beiden
Fällen, d. h. mag das Legat gültig hinterlassen
sein oder nicht.
Bei dieser durchgeführten und, wie ich glaube, auch be-
wiesenen Darstellung macht selbst die Verschiedenheit der Legate
gar keinen Unterschied, wie es in Betreff des Damnationsle-
gates der Fall zu sein scheint, indem bei diesem, wenn con-
junctim legirt wird, wie Gajus sagt, plane singulis partes
debentur 42). Denn unter Partes dürfen hier nicht absolut
bestimmte Theile gedacht werden, sondern nur relativ bestimmte.

42) 6s). II. 285 mit 1. 7 o. de legat. II; 1. UN. §. II in f. C.
de cad. toll. (6, 51); Vat. fr. §. 85; Ulp. fr. XXIV. §. 13.

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