Full text: Volume (N.F. Bd. 1, H. 2 (1840))

300 X. Stemann, über die Berechnung
Das bisher Gesagte tritt auch dann ein, wenn der Pu-
pill, welchem pupillariter substituirt ist, vor dem Vater
stirbt, indem dann die Substitution in Ansehung des väter-
lichen Vermögens als Vulgarsubstitution zu betrachten ist.
Zwar ist es bezweifelt worden, ob in der Pupillarsubstitu-
tion auch die \ulgaris tacite enthalten sei, allein mit An-
recht, indem die Gesetze ausdrücklich dafür entscheiden u).
Wenn dagegen der Pupillarsubstitut, als solcher eintritt,
mithin der Pupill Erbe seines Vaters geworden war, so tvar
auch schon bei ihm die Verpflichtung zur Leistung der Ver-
mächtnisse entstanden und der Substitut haftet daher nicht suo
nomine, sondern pupilli nomine oder ex persona pupillij
diese Vermächtnisse sind eine auf dem Erbtheile des Kindes
haftende Schuld '3). Daraus folgt, daß der Substitut soweit
wegen dieser Vermächtnisse hastet, als die Verpflichtung schon
bei dem Pupillen entstanden ist, daß aber seine Verpflichtung
nie weiter geht. War daher der Pupill zu einem Abzüge be-
rechtigt, so fällt dieses Recht nicht deshalb weg, weil der
Substitut etwa von seiner eignen Portion mehr als ein Vier-
tel frei hat, sondern es bleibt bei dem Abzüge, welchen der

Unterschied so aus: Jus accrescendi reale, jus substitutionis
personale.
12) Denn, könnte man auch die Vorschrift des Marens und Verus
in 1. 4 pr. D. de vulg. et pup. subst., ut, cum pater im-
puberi filio in alterum casum substituisset, in
utrumque casum substituisse intelligatur, zur
Noth so interpretiren, daß sie nur auf den Fall ginge, da dem
Kinde vulgariter substituirt wäre, so läßt doch der §. 2 keinen
Zweifel. Vergl. Vinnius quaest. sei. II. 24.
13) L. 11. §. 5 D. ad leg. Falc. Substitutus, quae a
pupillo relicta sunt , cum filius heres exstitit, ut
aes allen um q uo d 1 i bet debet. 1.67. g. 4 eod. ..non
ampliora legata debet substitutus, quam quibus
pupillus obligatus fuerat, quia non suo nomine
obligaturi sed defuncti pupilli.

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