Full text: Themis <Göttingen> (N.F. Bd. 1, H. 2 (1840))

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civilistischen Bücherkunde.
auch schon die Glosse durch die Boranstellung der Erklärung
»emtor« entschieden thut) auf den Käufer bezieht, folglich den
auf den Verkäufer bezüglichen Zwischensatz, »quam forte
venditor habuit«, bloß auf diese vier Worte beschrankt.
S. 17. Zu den sogenannten Hoffnungskäufen zählt der
Verfasser auch den des Rechts, auf dem Grundstücke des Ver-
käufers nach Fossilien zu graben, deren Vorhandensein nur
vermuthet wird. Dieser Fall kann nur da eintretcn, wo nicht
durch Freierklarung des Bergbaues das Schürfen, unter Beob-
achtung der gesetzlichen Gränzen und Formen, überhaupt frei-
gegeben, oder auch wo eine Art Fossilien gemeint ist, welche
im BergRegal nicht begriffen sind.
, S. 18. Es darf auffallen, daß der Verfasser den Wür-
derungseid für »bedenklich« in dem Falle hält, wenn die
Sachverständigen nicht zu entscheiden wagen. Er kann recht-
lich keinesweges bedenklich sein. Der Richter ist nicht der Ge-
wissensvormund des Schwörenden. Wenn dieser in seinem
Bewußtsein gewiß ist, wahr zu schwören: so ist eS der Natur
des Würderungseides gemäß, daß er eine Aushülfe giebt, ge-
rade wo Dritte gar nicht schätzen können. Auch ist unzählige
Mal der Betheiligte ganz allein in der genauen Kenntniß der
Umstände, nach denen sein muthmaßlicher Gewinn zu bcur-
IheileN ist, — eine Kenntniß, die sich den Sachverständigen
öfters nicht deutlich mittheilen läßt, oder an Verhältnisse ge-
bunden ist, welche man ihnen nicht mittheilen mag. Etwas
bedenkliches kann man daher in jenem Eide nicht mehr finden,
als in jedem Eide.
S. 19. Sehr richtig bemerkt der Verfasser, daß manche
Behörden eine abergläubische Furcht vor Aufkäuferei haben,
als ob sie Lheucrung hervorbrächte. Unstreitig ist das Verbot
der Aufkäufern ein schlechtes Mittel, Theuerung zu verhin-
dern; wie fast alle Eingriffe in die natürliche Freiheit des
Staatsbürgers, wenn er legal handelt, von den bösesten Fol-
gen sind , und ihn zu den nachtheiligsten Umwegen und fal-
schen Schritten nöthigen.

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