Full text: Volume (Bd. 2 (1892))

742 Verpflichtung zur Rechnungslegung im Konkurse.
Damals habe ihr Anwalt vorgetragen: „eS seien von ihr in der Zeit
vom 13.—21. Februar 1890 folgende Posten vorausgabt worden, nämlich:
1. zur Berichtigung von Geschästsschulden ihres Ehe-
mannes — wie dieselben im Thatbestande des Urtheils spe-
zialisirt seien — . . ... 560 Mk. —.
2. zu ihrem und ihres einjährigen Kindes Unter-
halte, täglich 2 Mk... 16 Mk. —.
3. für Unterhalt zweier Gesellen, täglich 2 Mk. .16 Mk. —.
4. für Unterhalt des Pferdes des Gemeinschuldners,
täglich 1 Mk. 50 Pf.... ..12 Mk. -.
5. an den beiden Gesellen nach Höhe von 11 Mk.
und 6 Mk. am 16. Februar 1890 bezahltem Wochenlohne 17 Mk. —.
6. an, am 21. Februar 1890 vom Konkursverwalter
Vorgefundenen Kafsenbestande. ......... 21 Mk. 70 Pf.
7. an, am 21. Februar 1890 vom Konkursverwalter
Vorgefundenen Backwaaren .......... 59 Mk. 50 Pf.
8a. 702 Mk. 20 Pf.;
dagegen vereinnahmt:
8. an, am 13. Februar 1890 ungefähr vorhanden.
gewesenen Kassenbestande... 300 Mk. — Pf.
9. an ungefährem Erlöse aus den vorhandenen Back-
waaren und aus den von den vorhandenen Weizen- und
Roggenmehlvorräthen gebackenen Waaren. 402 Mk. 20 Pf.
Sa. 702 Mk. 20 Pf."
Beim Bortrage dieses Rechnungswerkes in der Berufungsverhandlung änderte Be-
klagte die bei Ziffer 8 und 9- enthaltenen Ausdrücke „ungefähr", „ungefähren"
und „ea." in „höchstens", „höchstem" und „höchstens."
Der Kläger gab als richtig zu, daß der Anwalt der Beklagten in der münd-
lichen Verhandlung vom 30. April 1890 die oben wiedergegebenen Bemerkungen
über die von ihr gemachten Ausgaben und Einnahmen gemacht habe. Damit sei
jedoch damals keine gehörige Rechnungslegung erfolgt und es sei dies auch jetzt
noch nicht der Fall, nachdem die ungefähren Angaben bei Position 8 und 9 in
der vorertvähnten Weise geändert worden seien.
Im Ucbrigen hat der Kläger verschiedene Positionen der Ausgaben und Ein-
nahmen besonders bemängelt.
Einverstanden waren die Parteien darüber, daß das obige Rechnungswert
im Berufungsverfahren mittels Schriftsatzes dem Kläger zugestellt worden sei.
Das Berufungsgericht hat sich über die Verbindlichkeit der Beklagten zur
Rechnungslegung in folgender Weise ausgesprochen:
Zur Rechnungsablegung ist die Beklagte in erster Instanz mit Recht ver-
urteilt worden. Dem: 8 1393 des B.G.B.'s enthält die allgemciire Vorschrift,

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