Full text: Volume (Bd. 2 (1892))

7. Literatur

7.1. Dr. Schuster, Das Urheberrecht der Conkunst

Literatur.

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der bezeichneten Art steht nun aber im vorliegenden Falle in Frage. Offenbar
war es dem Kläger, welcher das an ihn verkaufte Vieh im Gewahrsam des
Schuldners beließ und nur mittelst eon8t. pos. Eigenthümer desselben wurde,
dabei aber dem Verkäufer das Rückkaussrccht einräumte, nicht darum zu thun,
die Viehstücke für seinen eigenen Wirthschaftsbetrieb zu erwerben, sondern um den
Erwerb derselben als Werthsobjekt, mittelst deren'er sich wegen seiner Forderung
bezahlt machen wollte. Hierüber kann nach der Aussage B.'s ein erheblicher
Zweifel nicht obwalten. Diese stimmt aber im Wesentlichen mit demjenigen überein,
was Kläger selbst über die Veranlassung und den Zweck des Rechtsgeschäfts be-
merkt hat. Als unterstützendes Moment kommt noch hinzu, daß die betr. Vieh-
stücke einen die sicherzustellende Forderung des Käufers weit übersteigenden Werth
besessen haben sollen.
Die Parteien schlossen also einen auf Eigenthumsübertragung abzielenden
Kaufvertrag lediglich zu dem Zwecke ab, um dem Kläger an dem im Gewahrsam
B.'s bleibenden Viehstücken eine Sicherstellung für seine Forderung zu gewähren,
welche ihm auf dem unmittelbaren Wege der Verpfändung wegen des entgegen-
stehenden gesetzlichen Verbotes nicht verschafft werden konnte. Ein solches Gebühren
wird in gleichem Maße, wie die direkte Zuwiderhandlung von dem Verbote des
Gesetzes getroffen.
Die Klage mußte daher abgewiesen werden.
Literatur.
Besprechungen.
Das Urheberrecht der Tonkunst in Oesterreich, Deutschland und anderen europäischen
Staaten mit Einschluß der allgemeinen Urheberrechtslehren historisch und dogmatisch
dargestellt von vr. Heinrich M Schuster, o. ö. Professor an der k. k. deutschen Uni-
versität Prag. München, C H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung (Oskar Beck). 1891.
Preis 11 Mk.
Das Urheberrecht an musikalischen Kompositionen ist bisher nur selten zum Gegenstand
einer besonderen Darstellung gemacht worden. Seit Vesque von Püttlingen im Jahre 1864
sein musikalisches Autorrecht veröffentlicht hat, ist m. W. eine den Stoff erschöpfend be-
handelnde Monographie dieses Rechtes nicht mehr im Buchhandel erschienen. Der Kommentar
Bauer's (Joseph Bauer, das nmsikalische Urheberrecht, Leipzig 1890) ist kurz gefaßt, für den
praktischen Gebrauch eingerichtet und geht auf die eigentlichen Probleme der Materie nicht
näher ein. Mit um so lebhafterer Freude ist das Erscheinen des vorliegenden Werkes zu
begrüßen, das eine systematische Darstellung des musikalischen Urheberrechts darbietet und
den Anforderungen, die an eine solche Arbeit zu stellen sind, in jeder Beziehung entspricht,
daher auch aufs Wärmste empfohlen werden kann. Der Verfasser, Rechtslehrer an der deut-
schen Universität Prag, hat, wie in der Vorrede erwähnt wird, 'die Tonkunst fachmännisch er-
lernt, ist mehrere Jahre praktisch für sie thätig gewesen und beschäftigt sich mit ihrer Theorie
noch gegenwärtig als Musikschriftsteller. Diese fachmännischen Kenntnisse sind seinen juristi-
schen Untersuchungen in hohem Maße zu gute gekommen, und es erscheint besonders in-
struktiv, daß in der Darstellung allenthalben auf zahlreiche musikalische Beispiele verwiesen wird.

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