Full text: Volume (Bd. 2 (1830))

78 I. I. H. Bender,
feyn, darin ein Uebel zu finden, das immer und vielseitig
wiederkehrt, weil wir menschliche Institute vor uns haben,
und so wolle man nicht der HändelsGcsetzgebung eine
Aufgabe stellen, deren Ideal der Gesetzgebung über-
haupt unerreichbar bleibt. Sollte man, in besondrer
Beziehung auf Frankfurt, vielleicht befürchten, ein
eignes Handelsgericht möchte nicht hinreichend zu
beschäftigen seyn, so würde diese Bedenklichkeit durch
Betrachtung der hier, in Frage kommenden Competenz sehr
leicht gehoben werden. Außer den Streitigkeiten über
Handelsgeschäfte im vollen Umfange dieses Wortes *),
gehören vor ein Handelsgericht auch die Proteste der Han-
delsleute unter sich, namentlich solche, die keine bestimmte
Handelsun t ern e h m u n g betreffen - z. B. über Aus-
einandersetzung einer Gesellschaftshandlung, über dar Ver-
haltniß des Principals zu seinem Comptoirpersonal u. s. w. 6),
sodann auch alle Fall im e n tSa ch en, wozu in Frank-
furt noch die vielfach eigenthümlichen Meß Händel kom-
men. Daß diese vielumfaffenden Gegenstände ein Handels-
gericht auf einem so bedeutenden Platze, wie Frankfurt
ungeachtet der für den Handelsverkehr keineswegs günstigen
Zeitumstande ist, hinreichend in Thätigkeit erhalten können,
ist schwerlich zu bezweifeln, zumal wenn die Beisitzer des
Gerichts den Fortschritten der Wissenschaft mit
aufmerksamen Bücken zu folgen Veranlassung neh-
men wollen, was dem Interesse des Staats über-
all, ganz besonders aber hier, entsprechen muß.
Der beschränkte Raum dieser Blätter erlaubt nur noch dar-
5) S- Handelsr. I. §. 186. ,
6) Ebendas. €. 416.

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